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Alters-Diskriminierung

Thekla Carola Wied: "Es ärgert mich, dass mein Berufsleben so langsam verläppern soll"

Keine anspruchsvollen Rollen für Frauen im Alter? Thekla Carola Wied rechnet mit der deutschen TV-Branche ab.

Thekla Carola Wied kritisiert TV-Branche.
Thekla Carola Wied ist seit über 50 Jahren als Schauspielerin tätig. Ihre Generation sehe sie nicht im deutschen TV repräsentiert. Sebastian Widmann/Getty Images

Thekla Carola Wied ist aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken - doch in den vergangenen Jahren hatte sie nach eigener Einschätzung nicht genug Angebote, die ihr gefallen. Gegenüber der Bild-Zeitung rechnet sie mit Sendern ab, die laut Wied nicht genügend qualitativ hochwertige Rollen für ältere Frauen anbieten.

Frauen unterrepräsentiert im deutschen TV

"Meine Generation hat viele Themen, die erzählt werden könnten. Krankheit, Tod, Schicksal. Die Kinder gehen aus dem Haus und danach die Enkel. Man kann im Alter auch noch einmal eine neue Liebe finden", erzählt Wied jetzt der Bild-Zeitung. "Aber all diese Geschichten scheinen nicht sonderlich attraktiv zu sein, oder nur die Ausnahme. Dabei hatte ich mit diesen berührenden Altersthemen zuletzt großen Erfolg." Statt Demenz, Altersarmut und andere Themen der älteren Bevölkerungen setzen die TV-Macher laut Wied aber lieber auf Krimis – und männliche Hauptrollen.

Bereits 2017 zeigte eine Studie der Universität Rostock, dass Frauen generell nur einen Drittel von Hauptakteurinnen im deutschen TV ausmachen. Das weibliche Geschlecht ist also unterrepräsentiert und das vor allem im Alter. Laut Studie sind von den über 60-Jährigen, die es auf deutschen Sendern zu sehen gibt, nur noch 20 Prozent Frauen. Immer wieder prangern Schauspielerinnen diesen Umstand an. Änderungen sind aktuell nicht in Sicht.

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Keine TV-Rente für Thekla Carola Wied

Thekla Carola Wied hat mit dem Älterwerden generell kein Problem. "Man muss sich dem Alter stellen. Verfallen müssen wir lernen", sagte sie 2015 der TZ. An den Ruhestand denkt sie aber noch lange nicht: "Ein Musiker komponiert ja auch weiter, und ein Maler legt auch nicht den Pinsel aus der Hand, nur weil er 70 wird. So ist es bei Schauspielern auch." Gerne würde sie ein bis zwei Filme im Jahr drehen, wie sie im Bild-Interview klar macht: "Ich gebe zu, es ärgert mich, dass mein Berufsleben so langsam verläppern soll. Wiederholt werden meine Filme ja pausenlos. Da könnte man eigentlich auch neue drehen."

Die Schauspielerin wurde in den 80ern einem großen TV-Publikum an der Seite von Peter Weck in 'Ich heirate eine Familie' bekannt. In der Serie über eine Patchworkfamilie spielte sie die Rolle der Familienmutter Angi Schumann.

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