'So weit das Meer'-Star Suzanne von Borsody kann sich "jeden Tag über etwas freuen"

Im Interview verriet uns Suzanne von Borsody (61), die aktuell im ZDF-Film 'So weit das Meer' zu sehen ist, wie sie sich dieser schwierigen Rolle näherte und was ihr im Alltag immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Schauspielerin Suzanne von Borsody verrät, was sie glücklich macht.
Was macht Schauspielerin Suzanne von Borsody glücklich?

Suzanne von Borsody beweist in 'So weit das Meer' wieder einmal, dass sie in tragischen Rollen besonders brilliert: Der Film handelt von Wolf Harms (gespielt von Uwe Kockisch), der den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Tochter (gespielt von Katharina Schüttler) tötete und damit Uta Carstens, die von Borsody verkörpert, den Sohn raubte. Als Harms nach 15 Jahren aus der Haft entlassen wird, ist das für sie schwer zu ertragen. Während sie jetzt auch noch um das Leben ihrer krebskranken Tochter bangt, holt sie die Vergangenheit ein.

Mehr zu Suzanne von Borsody: "Ich genieße jeden Moment des Lebens!"

Die in 'So weit das Meer' behandelten Themen wie Schuld, Gerechtigkeit, Wahrheit und Selbstjustiz wühlen den Zuschauer auf und regen zum Nachdenken an. Im Gespräch mit Suzanne von Borsody erfuhren wir, wie sie selbst das im Film dargestellte Drama und ihre Rolle darin empfindet - doch darüber hinaus verriet uns die Schauspielerin auch einiges über die schönen Seiten ihres Lebens. 

Liebenswert: Für mich ist 'So weit das Meer' ein Film, der noch lange nachwirkt. Das Verhalten der einzelnen Personen ist ja durchaus diskussionswürdig. Was dachten Sie beim Lesen des Drehbuchs?

von Borsody: Was mir gefallen hat, ist das, was zwischen den Zeilen steht. Das Interessante an der Geschichte ist, dass ein am Anfang vermeintlich harmloser Streich durch eine Kettenreaktion fatale Folgen für zwei Familien hat. Dass der Vater dabei den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Tochter umbringt, ist für mich völlig nachvollziehbar.

Dass er ihn erschießt, können Sie also verstehen?

Er handelt ja aus dem Affekt heraus. Entweder man erstarrt, wenn man dieser Person gegenübersteht, oder man schießt. Keine Ahnung, was ich machen würde - ich glaube, das weiß man erst, wenn man selbst in so einer Situation ist. Aber dass man jemanden für so eine schreckliche Tat bestrafen will, ist ja nur menschlich. Die Moral lasse ich dabei mal außen vor.

Sie spielen die Mutter des getöteten Jungen. Wie würden Sie die Rolle der Uta Carstens beschreiben?

Sie bemüht sich, Haltung zu bewahren und für ihre todkranke Tochter stark zu sein. Das macht sie stocksteif: Bloß nicht den Schmerz rauslassen, immer Contenance bewahren.

Sehen Sie hier, was Betroffenen im Falle eines so schweren Verlusts helfen kann (Artikel geht unten weiter):

 

Ist dieses Gefühl des Stark-sein-müssens etwas, mit dem Sie sich selbst identifizieren können? Immerhin haben Sie Ihre sterbenskranke Mutter in deren letzten Wochen begleitet.

Nein, das hat mit mir persönlich nichts zu tun. Wie ich mich als Uta Carstens verhalte, hängt mit der Entscheidung zusammen, wie die Figur angelegt sein soll. Diese wird in Absprache mit dem Regisseur getroffen und durch das Kostüm verstärkt. Gerade bei kleinen Rollen, wie meiner in 'So weit das Meer', muss man sich überlegen, wie die Figur in ihren wenigen, kurzen Szenen auftreten soll. Dabei spielt auch die Körperhaltung eine wichtige Rolle, die in meinem Fall sehr steif angelegt war. Nur selten gestattet sich Uta, lockerer zu sein.

Die Figuren des Films tun im Endeffekt ja alles für ihre Familien, die sie als höchstes Gut betrachten. Welchen Stellenwert hat Ihre Familie für Sie?

Einen großen Wert.

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Sie setzen sich ja zum Beispiel sehr für Kinder in Not ein, unterstützen auch Initiativen gegen sexuellen Missbrauch. Warum liegen Ihnen Kinder besonders am Herzen?

Einerseits sind sie natürlich unsere Zukunft. Man muss aber nicht unbedingt eigene Kinder in die Welt setzen, da es bereits genug gibt, um die man sich kümmern kann - ob nun hier oder irgendwo anders auf unserem Planeten. Andererseits ist es allerdings genauso wichtig, sich auch um die Alten zu kümmern. Zum Glück gibt es eigentlich in jeder Stadt ehrenamtliche Helfer, die sich für Senioren einsetzen. Ich kann mich aber leider nicht für zu vieles gleichzeitig engagieren, weil ich es sonst nicht mehr schaffe, den Karren zu ziehen - wenn Sie verstehen, was ich meine. Insgesamt versuche ich einfach, ein harmonisches Miteinander mit anderen Menschen vorzuleben, um damit möglicherweise auch gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

Was ist es, das Ihr Leben besonders liebenswert macht?

Das sind häufig die kleinen Dinge. Wenn mich zum Beispiel eine Katze streift, dann versäume ich es nie, sie zu streicheln. Jeden Tag gibt es etwas, über das ich mich freuen kann: wenn die Sonne scheint oder aber wenn ich im Flugzeug unterwegs bin und es zwar Turbulenzen gibt, aber am Ende alles gut ausgeht. Aber auch, wenn an manchen Tagen irgendwie alles schief läuft oder andere einem mit schlechter Laune begegnen, versuche ich, mich nicht automatisch als Opfer zu sehen. Es sind nicht immer die anderen schuld, man muss auch mal in sich selbst hineinhorchen.

Zur Person: Suzanne von Borsody ist seit 2014 mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Jens Schniedenharn verheiratet und hat keine Kinder. Ihre berühmten Eltern, Schauspielerin Rosemarie Fendel († 85) und Schauspieler Hans von Borsody († 84), sind beide 2013 verstorben. Neben der Schauspielerei ist von Borsody nicht nur Botschafterin von UNICEF, sondern auch von Vereinen wie N.I.N.A. und Hand in Hand for Africa.

'So weit das Meer' läuft am Montag, den 15. April 2019 um 20:15 Uhr im ZDF. Neben Suzanne von Borsody sind darin Uwe Kockisch ('Donna Leon'), Katharina Schüttler, Imogen Kogge, Tom Radisch, Junis Marlon, Katharina Schlothauer in weiteren Rollen zu sehen.

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