Unterschätzte Gefahr Schlafapnoe-Syndrom: Atemaussetzer im Schlaf erkennen und behandeln

Sie wachen morgens vollkommen gerädert auf? Ihr Partner hat sich möglicherweise schon häufiger über Ihr lautes, unregelmäßiges Schnarchen beschwert? Dann leiden Sie vielleicht am Schlafapnoe-Syndrom. Dabei kommt es im Schlaf immer wieder zu Atemaussetzern.

Paar liegt im Bett, Mann schnarcht und hat Atemaussetzer, Frau hält sich die Ohren zu.
Leidet Ihr Partner an Schlafapnoe, bemerken Sie es wahrscheinlich noch vor ihm.
Inhalt
  1. Was genau ist das Schlafapnoe-Syndrom eigentlich?
  2. Welche Ursachen gibt es für das Schlafapnoe-Syndrom?
  3. Woran bemerke ich die Atemaussetzer im Schlaf?
  4. Welche Schlafapnoe-Symptome gibt es noch?
  5. Wann muss Schlafapnoe behandelt werden?
  6. Wie stellt der Arzt die Diagnose?
  7. Wie sieht die Behandlung der Atemaussetzer aus?
  8. Was kann ich selbst dagegen tun?
 

Was genau ist das Schlafapnoe-Syndrom eigentlich?

Beim Schlafapnoe-Syndrom handelt es sich um eine sogenannte schlafbezogene Atmungsstörung. Betroffene leiden nachts unter Atemaussetzern im Schlaf - meistens in Kombination mit unregelmäßigem, lautem Schnarchen. Die Atempausen können zwischen zehn Sekunden und zwei Minuten dauern und bis zu 100-mal pro Nacht auftreten.

Ein plötzliches Schnappen nach Luft beendet die Atemaussetzer, wobei die Betroffenen üblicherweise kurz aufwachen - allerdings merken sie davon für gewöhnlich nichts, weil sie sofort wieder einschlafen und der Schreck, keine Luft zu bekommen, gleich wieder vergessen ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Schlaf gestört und die erholsame Tiefschlafphase unterbrochen wurde.

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Welche Ursachen gibt es für das Schlafapnoe-Syndrom?

In den allermeisten Fällen liegt eine Obstruktive Schlafapnoe (OSAS) vor. Dabei erschlaffen die Gaumenmuskeln im Schlaf, die Zunge fällt zurück und verschließt beziehungsweise verengt die Atemwege. Diese Form der Schlafapnoe wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, darunter:

  • Übergewicht
  • Anatomische Besonderheiten, z. B. eine schiefe Nasenscheidewand oder ein Unterkiefer, der zu klein ist bzw. nach hinten fällt, eine sehr große Zunge oder vergrößerte Mandeln
  • Nasenpolypen
  • Fett- und Bindegewebe am Eingang der Atemwege
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Bestimmte Medikamente, insbesondere Schlaftabletten oder Beruhigungsmittel


Außerdem sind Männer häufiger betroffen als Frauen und Ältere häufiger betroffen als Jüngere. Wer raucht oder vor dem Zubettgehen noch Alkohol getrunken hat, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Atemaussetzer im Schlaf.

Schlafapnoe kann zudem in Verbindung mit anderen Krankheiten auftreten, etwa Rheuma, das polyzystische Ovarialsyndrom, das bei Frauen für eine Überproduktion männlicher Hormone sorgt, oder die Akromegalie, bei der zu viele Wachstumshormone produziert werden.

Neben der obstruktiven gibt es noch die zentrale Schlafapnoe. Sie ist nicht so verbreitet und betrifft das zentrale Nervensystem. Neurologische Schäden sorgen dafür, dass sich die Atemmuskeln der Brust und des Zwerchfells zu wenig bewegen. Die oberen Atemwege werden aber nicht beeinträchtigt.

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Woran bemerke ich die Atemaussetzer im Schlaf?

Sie selbst merken von den nächtlichen Atempausen wahrscheinlich nichts. Selbst wenn Sie aus dem Schlaf gerissen werden, weil sie nach Luft schnappen müssen, erinnern Sie sich am Morgen oft nicht daran.

Allerdings dürften Sie tagsüber zu spüren bekommen, dass Ihr Schlaf nicht erholsam war und Ihr Körper durch die Atemaussetzer nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde: bleierne Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen oder eine mangelhafte körperliche Kondition. Vielleicht nicken Sie zwischendurch auch immer mal wieder kurz in einen Sekundenschlaf weg.

Außerdem ist bei Betroffenen nachts der Unterkiefer so nach hinten gekippt, dass der Mund beim Atmen offenstehen bleibt - das macht sich am nächsten Morgen durch Mundtrockenheit und leichtes Halskratzen bemerkbar. Kopfschmerzen können ebenfalls nach dem Aufwachen dazukommen.

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Welche Schlafapnoe-Symptome gibt es noch?

Am deutlichsten machen sich die nächtlichen Atemaussetzer dann bemerkbar, wenn das damit verbundene laute Schnarchen Ihren Partner am Schlafen hindert. Er nimmt die Atempausen und das Luftholen bewusster wahr als Sie - sollten Sie also den Verdacht haben, an Schlafapnoe zu leiden, fragen Sie ihn am besten einmal, ob ihm etwas aufgefallen ist.

Umgekehrt sollten Sie auch Ihren Partner darauf aufmerksam machen, wenn er nachts im Bett unregelmäßig und laut schnarcht und ihm immer wieder die Luft wegbleibt. Denn Atemaussetzer im Schlaf können gefährlich werden.

Das Schlafapnoe-Syndrom kann unbehandelt zu Bluthochdruck und einer Herzinsuffizienz führen. Bekommt der Körper nachts zu wenig Sauerstoff, muss das Herz mehr arbeiten und das Blut mit mehr Kraft durch den Kreislauf pumpen, um alle Organe noch mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Das kann mit der Zeit zu einer Überlastung des Herzens führen. Ebenfalls diskutiert wird ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Arteriosklerose und Niereninsuffizienz.

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Wann muss Schlafapnoe behandelt werden?

Sobald die nächtlichen Atemaussetzer Sie oder Ihren Partner tagsüber durch starke Müdigkeit beeinträchtigen, sollten Sie mit Ihrem Verdacht zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen. Auch, wenn Sie immer mal wieder ohne Vorwarnung in Sekundenschlaf verfallen, ist eine Behandlung angeraten. Denn dadurch erhöht sich das Unfallrisiko im Straßenverkehr enorm.

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Zunächst befragt der Arzt Sie zu Ihrer Krankengeschichte, um zu klären, ob Ihre Müdigkeit tatsächlich auf Schlafapnoe zurückzuführen sein könnte oder ob eine andere Schlafstörung oder Ursache dahintersteckt. Spätestens, wenn Sie erwähnen, dass Ihr Partner sich über Ihr Schnarchen "beschwert" habe, wird er aber wahrscheinlich hellhörig werden.

Er schaut sich dann Ihren Kiefer, Ihre Zahnstellung an und überprüft, ob Ihre Nasenscheidewand gerade ist, ob Sie Polypen haben oder ihm sonstige anatomische Besonderheiten auffallen, die bei Patienten mit nächtlichen Atemaussetzern verbreitet sind.

Sicherheit bringt schlussendlich aber nur eine Untersuchung im Schlaflabor. Eine Überweisung dorthin kann Ihnen der HNO-Arzt ausstellen. Im Schlaflabor bekommen Sie zunächst ein kleines Messgerät für zu Hause, das nachts im Schlaf Ihren Herzschlag, die Häufigkeit Ihrer Atemaussetzer und das Ausmaß Ihres Schnarchens aufzeichnet.

Im Schlaflabor selbst werden noch einmal für eine oder zwei Nächte feinere Untersuchungen durchgeführt. Bei dieser sogenannten Polysomnografie können die Schlafmediziner herausfinden, wie stark Ihre Schlafapnoe ausgeprägt ist und wie dringend Handlungsbedarf besteht. Keine Sorge: Die Untersuchungen sind zwar ein wenig lästig, aber tun nicht weh.

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Wie sieht die Behandlung der Atemaussetzer aus?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Schlafapnoe zu behandeln beziehungsweise ihre Auswirkungen abzumildern. Sogenannte Unterkieferprotrusionsschienen können verhindern, dass Ihre Zunge und Ihr Unterkiefer nachts nach hinten rutschen und Ihre Atemwege blockieren. Angefertigt und angepasst werden diese speziellen Bissschienen von Zahnärzten oder Kieferorthopäden, die sich mit Schlafmedizin auskennen.

Eine weitere verbreitete Behandlungsmethode sind spezielle Nasenmasken, die nachts getragen werden müssen. Diese Schlafapnoe-Masken sind mit einem Beatmungsgerät verbunden, üben einen leichten Druck auf Ihre Atemwege aus und sorgen so für einen regelmäßigen Atemfluss. Der Fachbegriff lautet "CPAP", was für "continuous positive airway pressure" ("kontinuierlicher positiver Druck auf die Atemwege") steht.

Manche anatomischen Ursachen für die Atemaussetzer im Schlaf lassen sich operativ beheben. So kann eine schiefe Nasenscheidewand begradigt, zu große Mandeln entfernt oder der Unterkiefer nach vorne versetzt werden. Chirurgen können überdies auch überschüssiges Fett- und Bindegewebe aus den Atemwegen entfernen. Bei dieser Methode ist jedoch eine gründliche Risiko-Nutzen-Abwägung erforderlich. Generell sollte eine Operation erst in Betracht gezogen werden, wenn die Bissschiene oder die Schlafapnoe-Maske nicht geholfen haben.

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Was kann ich selbst dagegen tun?

Sie können die Therapie selbst unterstützen, indem Sie auf einen gesunden Lebensstil und einen ausgewogenen Schlaf- und Tagesrhythmus achten. Da Übergewicht die Beschwerden stark verschlimmert, ist gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion eine sehr sinnvolle Maßnahme. Sollten Sie rauchen, hören Sie damit am besten ganz auf. Alkohol genießen Sie, wenn überhaupt, nur in Maßen und nicht zu spät am Abend.

Im Video sehen Sie, welche Lebensmittel Ihnen den Schlaf rauben können (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 

Verzichten Sie nach Möglichkeit außerdem auf Schlaf- und Beruhigungsmittel - vielleicht finden Sie eine nichtmedikamentöse Methode, zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Leiden Sie unter einer Schilddrüsenunterfunktion, gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen, damit die Dosierung der Schilddrüsenmedikamente stets auf dem neuesten Stand ist.

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