'Rosamunde Pilcher'

Saskia Fischer: "Muttersein ist die wichtigste Rolle, die ich je spielen durfte"

Vom 'Großstadtrevier' zu 'Rosamunde Pilcher': Saskia Fischer (55) erzählt im Interview, ob wir sie in Zukunft häufiger in Romanzen sehen werden.

Saskia Fischer beim Fototermin zur Präsentation der neuen Studiokulisse der ARD TV-Serie 'Großstadtrevier' im Studio Hamburg am 24.05.2019.
Aus dem 'Großstadtrevier' ist Saskia Fischer als Frau Küppers nicht wegzudenken. Foto: IMAGO / Future Image

Am 6. März ist es so weit: Der nächste Rosamunde Pilcher-Film, 'Die Elster und der Kapitän' wird am Sonntag. 6. März, um 20.15 Uhr im ZDF gezeigt. Zu dem überraschenden Genre-Wandel gab Schauspielerin Saskia Fischer - bekannt aus dem 'Großstadtrevier' - der Zeitschrift 'Neue Post' ein Interview.

Saskia Fischer ist ein romantischer Mensch

'Neue Post': Frau Fischer, von 'Großstadtrevier' zu 'Rosamunde Pilcher'. Sind Sie ein romantischer Mensch?

Saskia Fischer: Auf jeden Fall, ich finde das ganz wunderbar. Ich habe mich riesig gefreut mitzumachen. Ich finde ein bisschen Kitsch tut auch ganz gut. Das ist halt was ganz anderes als 'Großstadtrevier'. Das bestimmt ja auch meinen Beruf, viele unterschiedliche Sachen zu spielen.

Kennen Sie schon diese fünf spannenden Fakten zu 'Rosamunde Pilcher'? (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Würden Sie Romantikfilme in Zukunft Krimis vorziehen?

Das kann ich überhaupt nicht sagen. Ich ziehe vor, was mir angeboten wird und was ich spannend finde ist. Ob das ein Gruselschocker wäre oder nun ein Romantikfilm, ist mir eigentlich egal. Hauptsache, es ist ein guter Stoff.

Wie hat Ihnen die Rosamunde Pilcher-Kulisse gefallen?

Ich fand das ganz toll. Ich war auch schon in meiner Kindheit im Cornwall, hatte das aber auch nicht mehr so in Erinnerung. Dort ist das Wetter ja auch so herb, ich liebe das. Dazu kommen die ganzen Felslandschaften und das schwere Meer – das ist so dramatisch.

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"Es war für mich das größte Glück, ein Kind zu bekommen, also ich schon älter war"

Im Film spielen Sie Emma Edison, die Adoptivmutter von Hauptfigur Lisa. Sie sind auch selbst Mutter eines 12-jährigen Sohnes. Welche Parallelen gibt es zwischen Ihnen und ihrer Rolle Emma?

 Außer der Optik sind tatsächlich relativ wenige Parallelen zu entdecken (lacht). Ich habe auch ein wunderbares Leben, aber ich bin nicht so reich wie Emma mit den ganzen Villen und den Autos vor der Tür. Die größte Parallele zwischen uns gibt es wahrscheinlich in der Liebe zum Mann und zu ihrer Tochter. Ich glaube die Gefühle, die ich für meinen Sohn und meinen Mann habe, sind ähnlich stark. Weil sie diese einfach unendlich liebt und sehr glücklich ist. Dieses Grundgefühl der Liebe und Zufriedenheit konnte ich am besten von meiner Figur übernehmen. Aber anders als sie bin ich eine künstlerische Seele.

Was bedeutet Ihnen privat Ihre Rolle als Mutter?

Ich empfinde es als das Wichtigste. Man kann sagen es ist die wichtigste Rolle, die ich je spielen durfte.

Sie haben ja ein ziemlich gutes Verhältnis zu Ihrem Sohn. Wie empfinden Sie dieses?

Es ist eine tolle Aufgabe und sehr vielfältig, gleichzeitig wahnsinnig beängstigend, weil man natürlich immer Angst hat. Erst durch meinen Sohn weiß ich, wie viel Angst man um jemanden haben kann. Und dass man jemanden so sehr lieben kann. Man hat von Mutterliebe keine Ahnung, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Diese Tiefe und bedingungslose Liebe, die man geschenkt bekommt sobald man ein Kind hat.

Saskia Fischer über das schönste Kompliment von Sohn Eneas

Wünschen Sie sich denn noch mehr Kinder?

Hätte ich vorher gewusst, wie sich das anfühlt, hätte ich viel früher Kinder bekommen. Aber ich hab mir ja nie welche gewünscht. Doch es war für mich das größte Glück, ein Kind zu bekommen, also ich schon älter war. Denn ich musste mir selbst nicht mehr so viel beweisen und hatte mehr Ruhe und Zeit, um mich auf diesen neuen Menschen zu konzentrieren.

Was war das schönste Kompliment, das Sie von Ihrem Sohn Eneas bekommen haben?

Er sagte mir oft, dass er mich liebhat. Eneas sagt immer, er hat mich bis zum Mond lieb und weiter. Und er sagt immer, er hat mich immer lieber als ich ihn. Das ist der Wahnsinn.

Gibt es einen zentralen Satz in ihrer Familie, der Sie bis heute geprägt hat?

Wenn ich mal wieder nicht wusste, wo oben und unten ist, ob ich rechts oder links gehen soll und nicht weiterwusste, sagte mein Vater immer "Schnuppel, was solls?". Nach dem Motto: Entspann dich. Die Welt wird sich mit Sicherheit weiterdrehen, und das ist auch so. Meist ist es nur ein kurzer Moment, dann geht's schon wieder weiter. Man sollte sich auch nicht immer zu sehr aufreiben. Es gibt sicher Momente, in denen man sich schon aufreiben sollte. Aber im täglichen Allerlei muss man atmen lernen.

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Einen anderen Satz – den sage ich selbst oft: Das "Nein" hast du doch auch in der Tasche. Es geht darum, einfach auch mal was zu riskieren. Denn wenn du es nicht machst, wird eh nichts passieren. Im schlimmsten Fall ist es einfach genauso wie vorher, aber Hauptsache ist doch, dass du es versucht hast. Ich versuche immer alles und Im schlimmsten Fall sagen sie dann, was ein dämlicher Vorschlag. Dann halte ich den Mund, aber ich habe es wenigstens rausgelassen.

Was sie von ihrer Mutter Nicole Heesters lernte

Zu Ihrer Mutter Nicole Heesters (85) haben Sie auch ein inniges Verhältnis. Was haben Sie von Ihrer Mutter fürs Leben mit auf den Weg bekommen?

In meiner Familie herrschen Disziplin und Neugier vor. Entspannen ist zwar auch super, aber es gibt so viele Dinge, die man am Tag machen kann. Man muss rausgehen, seinen Kopf anstrengen. Dass das die richtige Wahl ist, sehe ich an meiner Mutter. Sie ist 85, arbeitet, ist fleißig und fit wie ein Turnschuh. Das geht nur, wenn du auch etwas selbst von dir verlangst. Das hoffe ich gelernt zu haben, auch wenn ich nicht ganz so krass bin wie meine Mutter.

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Ihre Mutter schätzt aber auch sehr an Ihnen, dass Sie mit so viel Herzblut an eine Sache rangehen.

Das ist richtig. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich es auch durch. Sei es ein Bild, dann wird das nicht weg gelegt sondern zu Ende gemalt.

Also nach dem Motto "Ganz oder gar nicht?"

Ja, genau. Teilweise ist das auch schwer, aber man lernt ja auch durch diese trockene, nüchterne Phase der Inspirationslosigkeit, nicht aufzuhören und dranzubleiben. Durch Langeweile wird man kreativ. Da geben jedoch die meisten auf.

Was bedeuten Ihnen Sonnentage?

Wenn die Sonne scheint, fällt es mir sehr schwer, diszipliniert zu sein. Dann muss ich raus. Ich spüre gerne Luft an der Haut und sitze gerne in der Sonne. Das mache ich am liebsten.

Würden Sie Ihrem Sohn Ihr Leben wünschen?

Absolut. Ich habe ein tolles Leben, ich wünsche ihm aber eher sein eigenes Leben. Er ist anders als ich und deshalb wünsche ich ihm, dass er sein eigenes Leben lebt. In der Zufriedenheits- und Sicherheitsebene wünsche ich ihm aber schon, dass er so viel Glück hat wie ich. Doch er soll das machen, was er will.

Sehen Sie sich selbst eigentlich gerne auf dem Bildschirm?

Nein, ich finde das ganz schrecklich und mache das normalerweise auch nicht gerne. Auch, wenn man dabei sehr viel lernt. Aber mein Sohn schaut wahnsinnig gerne 'Großstadtrevier' und deshalb gucke ich das auch mit ihm zusammen.

Ist Ihr Sohn dabei Ihr größter Kritiker?

Noch ist er zufrieden, mit dem was ich mache und wie er mich im Fernsehen sieht. Das kann sich jedoch noch ändern. Bisher ist er immer ganz aufgeregt, wenn er die Kulissen sieht, weil er ja auch schon selbst am Set dabei war.

Interview: Sarah Wallner

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