Mehr Sichtbarkeit für Menschen mit Diabetes

#SagEsLaut: Kampagne für Menschen mit Diabetes geht in eine neue Runde

Influencer kritisieren den Umgang mit dem Thema Diabetes. Und sprechen über übergriffige Kommentare.

Kampagne für Menschen mit Diabetes
Menschen mit Diabetes müssen sich häufig übergriffige Kommentare gefallen lassen. Vor allem bei den Themen Sport und Ernährung. Foto: iStock/AzmanJaka/Deutsche Diabetes-Hilfe
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Im Oktober 2022 erreichte die #SagEsLaut-Kampagne mit dem Video zum Welttag der seelischen Gesundheit mit einer Reichweite von 700.000 in den sozialen Medien ihren bisherigen Höhepunkt.

Protagonistin Caro (@sweet.caromell.type2 bei Instagram) thematisierte, dass das Thema Stigmatisierung und Vorurteile bei Menschen mit Typ-2-Diabetes permanent an der Tagesordnung sei.

Sie erhielt viel Zuspruch für ihre Offenheit auch von vielen Menschen mit Typ 1 oder anderen Diabetesformen, denn so unterschiedlich die Typen als Erkrankung auch sind, viele Themen sind für alle gleich, wie eben Stigmatisierung, aber auch der tägliche Diabetesstress, die Themen Ernährung und Bewegung oder die übergriffigen Kommentare Dritter.

Anlass genug, die Kampagne mit einem Zusatz-Hashtag #SagEsSolidarisch in 2023 fortzusetzen und Videos mit je zwei Protagonist*innen aufzunehmen, die für einander einstehen, obwohl sie mit verschiedenen Diabetes-Typen leben. Im Auftaktvideo zum Internationalen Tag des Sports am 6. April kritisierten Caro und TikTok-Star Fiorella (@Fiorella_t1d) die übergriffigen Kommentare, wenn sie mit Diabetes Sport machen.

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Diskriminierung im Alltag

Caro (29), in deren Familie der Typ-2-Diabetes weit verbreitet ist, hat ihre Diagnose seit über zwei Jahren. Dabei hat sie immer schon gerne Sport gemacht und ernährt sich – bis auf die Tatsache, dass sie gerne nascht – gesund, meistens wird frisch gekocht. Sie geht regelmäßig ins Fitnessstudio, schwingt den Hoola Hoop Reifen und macht Yoga. Trotzdem muss sie sich übergriffige Kommentare von Dritten anhören, die meinen, dass die ein oder andere Sportart falsch für sie sei, weil sie zu wenig Kalorien verbrenne.

„Die, die das sagen, haben wahrscheinlich noch nie gehullert oder eine Stunde Power Yoga gemacht. Das ist nämlich richtig anstrengend“, ärgert sich Caro. Fiorella (22) geht es ähnlich.

„Ich bin solche Kommentare sowas von leid“
Influencerin Fiorella (22)

Sie ist schon in jungen Jahren an Typ-1-Diabetes erkrankt und ist ausgebildete Fitnesstrainerin. Auch sie muss sich Kommentare anhören wie „Kann man mit Diabetes überhaupt Kurse geben? Bist Du als Trainerin leistungsfähig genug?“.

„Ich bin solche Kommentare sowas von leid und wollte das immer schon mal thematisieren. Als ich aber nun hörte, dass sich Caro auch solch übergriffigen Kommentare anhören muss, war für uns beide klar, dass wir uns hier solidarisch für die jeweils andere zeigen wollen.“

Diabetes-Kampagne wird fortgesetzt

„Die Kampagne #SagEsLaut geht nun mit #SagEsSolidrisch in die zweite Runde. Es ist nämlich ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Menschen mit unterschiedlichen Typen nicht füreinander einstehen. Dafür gibt es bei den Bedarfen und Bedürfnissen viel zu viele Überschneidungen und das thematisiert die Kampagne auch mit vier Aktionen im Jahr 2023“, erklärt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDEDeutsche Diabetes-Hilfe

#SagEsLaut ist eine Kampagne des Bündnisses „Deine Diabetes-Stimme“, an der sich 18 Fachgesellschaften, Fachverlage und Selbsthilfeverbände beteiligen. Sie wollen Menschen mit Diabetes mehr Sichtbarkeit geben.

Weitere Aktionstage 2023:

  • 30. Juli 2023 Internationaler Tag der Freundschaft

  • 20. September 2023 Weltkindertag

  • 14. November 2023 Weltdiabetestag

Die Deutsche Diabetes-Hilfe stellt sich vor

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ist die führende deutsche Gesundheitsorganisation für rund 11 Mio. Menschen mit Diabetes mellitus.

Wir setzen uns aktiv für die Interessen und eine bessere Lebensqualität der Betroffenen, ihrer Angehörigen sowie der Risikopatienten ein. Wir stellen die Menschen mit Diabetes in den Mittelpunkt und unterstützen daher Projekte, die über die Risiken einer Diabeteserkrankung aufklären, einer Erkrankung vorbeugen oder die Versorgung von Menschen mit Diabetes verbessern.

Wir mobilisieren den politischen Willen für notwendige Veränderungen im Hinblick auf eine bestmögliche Versorgung, frühzeitige Prävention und den Ausbau der Forschung. Unsere Vision ist, die Zahl von jährlich 600 000 Neuerkrankungen dauerhaft zu senken und bei allen Diabetes-Typen Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Spendenkonto Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE59 1002 0500 0001 1888 00, BIC: BFSWDE33BER

Weitere Infos zur Kampagne finden Sie unter: www.diabetes-stimme.de/sageslaut.