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Das neue Jahr beginnen

Rauhnächte: Das verbirgt sich hinter der alten Tradition

Die zwölf Rauhnächte sind eine sehr alte Tradition, um das neue Jahr zu Empfangen. Was sich hinter ihrem Zauber genau verbirgt, hat uns eine Expertin im Interview verraten.

Der Zauber der Rauhnächte.
Insgesamt gibt es zwölf Rauhnächte. jacob gimbel / iStock

Zur Ruhe kommen, in uns gehen und spüren, wie ganz langsam der Zauber der Rauhnächte auf uns wirkt. Diese betreffen die zwölf Nächte zwischen den Jahren und haben eine ganz besondere Kraft, die uns auf das kommende Jahr vorbereitet. Welche das ist und wie wir sie nutzen können, um entspannt zu uns selbst zu finden, hat uns Franziska Muri, Autorin und 'The Work'-Coach, im persönlichen Gespräch erklärt.

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Liebenswert: Frau Muri, die Rauhnächte sind eine alte Tradition. Wie alt genau sind sie denn?

Franziska Muri: Eine genaue Jahreszahl kann man hier nicht sagen. Es ist ja oft so bei Bräuchen und Traditionen, dass Menschen noch vor einigen Generationen den Eindruck hatten: Das war schon immer da. Nur in den letzten Jahrzehnten ist so etwas ein bisschen in Vergessenheit geraten. Viele Dinge, wie auch die Rauhnächte, erleben jetzt eine starke Renaissance. Wir suchen offenbar neu die Kraft, die darin liegt.

Lesen Sie hier: Alte Bräuche: So schöpfen wir Kraft aus Traditionen

Worauf gehen die Rauhnächte zurück und was bedeuten sie genau?

Die Rauhnächte sind kurz gesagt die Zeit zwischen den Jahren, also die zwölf Nächte zwischen dem Heiligabend, dem 24. Dezember, und dem 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige. Sie gelten als eine spürbar andere Zeit. Jetzt öffnen sich, so beschreibt es die Tradition, die Tore zur Anderswelt und es kommen die unterschiedlichsten geistigen Kräfte auf die Erde und verbreiten eine mystische Stimmung, die wir auch heute noch spüren können. Man erlebte sie zum Beispiel als Wotan und seine Wilde Jagd oder als Frau Holle.

In Ihrem Buch »Vom Zauber der Rauhnächte« schreiben Sie, dass wir uns bereits in der Adventszeit auf die Rauhnächte vorbereiten können.

Die Raunächte sind eine sehr alte Tradition, die vor allem im alpenländischen Raum lebt. Das Christentum hat sich oft an solche Traditionen angehängt und die Bräuche adaptiert. Viele Forscher sagen, dass es auch mit der Wintersonnwende und der Wiederkehr des Lichts so war, die später als Geburt Christi gefeiert wurde. Advent nun ist die freudige Vorbereitung auf die Ankunft des Christkinds. Und in einer noch älteren Tradition ist es die Vorfreude darauf, dass die Tage bald wieder länger werden. Die Zeit vor der Wintersonnwende ist die dunkelste des Jahres. Am 21. Dezember kehrt sich das um und es wird allmählich heller. Jetzt aber beginnen erst einmal die Rauhnächte und erst danach bemerken wir, dass das Licht zunimmt. Die Adventszeit mit der zunehmenden Zahl an Kerzen, die wir anzünden, können wir also sehr gut nutzen, um uns auf des Licht – in der Natur und in uns selbst – zu besinnen.

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Welche Bräuche gibt es in den Rauhnächten?

Weil die Rauhnächte so eine besondere Zeit sind, galten dafür auch besondere Regeln. So soll man beispielsweise keine Wäsche waschen und die "Räder still stehen lassen", also nicht arbeiten. Für uns heute ist so etwas in dieser direkten Form gar nicht so leicht umzusetzen, deswegen haben wir diese Bräuche in unserem Buch "Vom Zauber der Rauhnächte" für unsere heutige Zeit neu interpretiert. Andere Bräuche können wir sehr gut direkt übernehmen – beispielsweise die Tradition, während der zwölf Rauhnächte nachts immer ein Kerzenlicht im Fenster stehen zu haben. Meine Mitautorin Vera Griebert-Schröder und ich haben den einzelnen Rauhnächten außerdem verschiedene Qualitäten zugeordnet.

Das Buch 'Vom Zauber der Rauhnächte' können Sie zum Beispiel hier kaufen:

Welche Qualitäten sind das denn?

Es ist traditionell so, dass jede der zwölf Rauhnächte einem Monat des kommenden Jahres entsprechen. Also die erste Rauhnacht, die an Heiligabend beginnt, entspricht dem Januar, die zweite dem Februar und so weiter. Deswegen können wir während dieses begrenzten Zeitraums das kommende Jahr schon einmal vorbereiten und nachspüren, was es uns bringen könnte. Und vor allem: was uns in dieser Zeit wichtig sein soll. Wir können nachspüren, was sich uns in dieser Zeit zwischen den Jahren innen und außen zeigt.

Hier kommen nun auch die Qualitäten ins Spiel. Zum März beispielsweise gehört der Aufbruch, weil dann der Frühling naht. Das können wir auch in der dritten Raunacht möglicherweise bereits spüren. In der vierten Raunacht, dem April, kommt dann die Neugierde dazu und so weiter, bis sich im Dezember der Zyklus vollendet und wir im besten Falle Weisheit gewonnen haben. Das Bewusstsein eines solchen Zyklus gibt eine wertvolle Orientierung im Leben.

Wie können wir die Rauhnächte in der modernen Zeit für uns nutzen?

Diese Zeit lädt dazu ein, einmal wieder ganz bei sich selbst anzukommen. Oftmals kommen wir um den Jahreswechsel sowieso in so eine Stimmung, ein bisschen auszuruhen und zu reflektieren. Was war im letzten Jahr und was möchte ich vielleicht im neuen Jahr anders machen? Wenn man die Themen, die einen gerade bewegen, bewusst mit in diesem zwölftägigen Prozess nimmt und sich jeden Tag darauf besinnt, dann kann man für sich selbst und seine Wünsche etwas weiterbewegen. Wir können erspüren, mit welchen Kräften wir uns innerlich verbunden fühlen und was uns wirklich wichtig ist. Dafür reichen schon ein paar Minuten am Tag, um sich vielleicht etwas zurückzuziehen, eine Kerze anzuzünden und sich in den Augenblick hineinfallen zu lassen. In der Stille können wir uns neu in unserem Leben verankert und uns vielleicht auch fragen, was wir loslassen und nicht mit ins neue Jahr nehmen möchten. Es ist eine Reflexion, die uns Ruhe und neue Kraft gibt. Das ist gerade nach so einem herausfordernden Jahr wie 2020 sehr wertvoll.

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Welche Rituale gibt es, um die Rauhnächte einzuläuten?

Das Räuchern der Wohnung ist zum Beispiel ein schönes Ritual. Macht man das ganz bewusst und achtsam, stimmt man sich damit auf etwas Besonderes ein. Man kann am Beginn der Rauhnächte räuchern und dann auf jeden Fall noch einmal am Ende, um sie abzuschließen und das neue Jahr zu begrüßen. Viele räuchern auch in jeder Raunacht, zum Beispiel jeden Abend. Vielleicht zündet man danach das schon erwähnte Licht an, das man später ins Fenster stellen wird. Und man kann sich noch ein paar Minuten ganz still vor dieses Licht setzen und spüren, dass auch in uns selbst ein solches Licht leuchtet.

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Haben Sie einen Tipp, was Ihnen in den Rauhnächten ein gutes Gefühl gibt und vielleicht in dieser momentanen sehr aufwühlenden Zeit hilft, positiv zu bleiben?

Mir sind die Rauhnächte sehr wichtig geworden. Es ist für mich eine Zeit, in der ich ganz sicher und mit viel mehr Ruhe für mich selbst da sein kann. Wirklich eintauchen in das Dunkel dieser Zeit, in den Rückzug, in die Stille. Es ist eine gute Zeit, jeden Tag ganz aktiv die Freundschaft sich selbst zu pflegen. Sich bewusst darüber zu werden, dass das Leben nicht nur aus Alltag besteht, sondern dass es wahrscheinlich um etwas viel Tieferes geht. Es ist eine Zeit für die großen Fragen: Was trägt mich wirklich? Wie will ich mein Leben weiter ausrichten? Für sie ist im Alltag oft nicht genug Zeit – aber in den Raunächten liegen diese Themen richtiggehend in der Luft und wir haben die Gelegenheit, uns ihnen zu widmen und daraus neue Kraft zu schöpfen.

Tipp: Um kreativ durch die Rauhnächte zu kommen, können Sie zum Beispiel ein Tagebuch schreiben und Ihre Gedanken und Inspirationen verdeutlichen.

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