Gift- oder Speisepilz? Pilze bestimmen: Diese Gefahren bestehen beim Sammeln

Wer pünktlich zum Herbstbeginn Pilze sammeln gehen möchte, sollte sehr vorsichtig vorgehen. Wir erklären, was dabei beachtet werden muss.

Worauf sollte ich beim Bestimmen und Sammeln von Pilzen achten?
Wer einige Grundregeln beachtet, kann selbst auf Pilzjagd gehen.
Inhalt
  1. Sammler müssen Pilze einwandfrei bestimmen
  2. Wie Sie Pilzvergiftungen noch vermeiden können
  3. Auch diese Gefahren sollten Sammler kennen
  4. Die wichtigsten Pilzsammeltipps der DGfM

Pilze sind eine wahre Leckerei und kommen besonders in den kühleren Jahreszeiten oft auf den Teller. Statt sie im Supermarkt einzukaufen, können Schwammerl, wie sie in Österreich und Bayern genannt werden, auch selbst in der Natur geerntet werden - sofern dies nur in kleinen Mengen für den eigenen Verzehr geschieht (maximal zwei Kilogramm) und die jeweiligen Pilzarten nicht unter direktem Naturschutz stehen.

Doch so schön der Gedanke an selbst geerntete Pilze auch ist: Für Laien stellt das sachgerechte Sammeln von Pilzen eine Herausforderung dar, die nicht unterschätzt werden sollte. Wie geht man dabei vor, ohne seine Gesundheit zu gefährden?

 

Sammler müssen Pilze einwandfrei bestimmen

"Grundsätzlich sind für Anfänger viele Pilzarten leicht verwechselbar, weil es einfach eine schier unüberschaubare Artenzahl gibt - allein in Deutschland sind es über 12.000, wovon über 6.000 Großpilze sind", so Pilzexperte Peter Karasch zu Liebenswert. Der universitär geprüfte Fachberater für Mykologie und Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) kennt die Gefahren des Hobbysammelns und will deshalb Aufklärung betreiben. Er rät Unerfahrenen dazu, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen und vielleicht eine Pilzwanderung mitzumachen, anstatt sich einfach ins Sammeln hineinstürzen - und womöglich giftige Exemplare aufzulesen.

Mehr zum Thema: Wo findet man die besten Pilze?

Darüber hinaus sei es sinnvoll, sich zunächst auf ganz wenige Arten zu konzentrieren, die schwer verwechselbar seien. Dabei helfen könne die richtige Literatur, wie zum Beispiel '10 Pilze: Die sichersten Arten finden und bestimmen' (Gerhard Schuster / Christine Schneider, Verlag Eugen Ulmer, 9,90€). Das von der DGfM empfohlene Buch dient als Basis für Einsteiger und behandelt neben Maronenpilz, Fichtensteinpilz, Sommersteinpilz, Semmelstoppelpilz, Pfifferling, Herbsttrompete, Schopftintling, Parasol und Edelreizker noch die Krause Glucke.

Sehen Sie hier spannende Fakten über Pilze, die Sie sicher noch nicht wussten (Artikel geht unten weiter):

 

Wer sich nicht daran hält, nur essbare Pilze zu sammeln, riskiert schwerwiegende Vergiftungen und einen Kampf um Leben und Tod. Bei einem Verdacht sollte die zuständige Giftinformationszentrale informiert und schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Für die richtige Behandlung ist es wichtig, dass Pilzüberreste gesichert werden - nur so können Pilzexperten und Ärzte die Lage richtig einschätzen. Am besten ist es aber natürlich, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

 

Wie Sie Pilzvergiftungen noch vermeiden können

Neben der Unterscheidung zwischen Speise- und Giftpilz ist es allerdings auch wichtig, Ursachen von sogenannten unechten Pilzvergiftungen zu vermeiden. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie weist darauf hin, dass in den meisten Fällen zu alte Pilze (egal, ob selbst gesammelt oder gekauft) für Beschwerden sorgen. Auch eine falsche Lagerung würde diese begünstigen. Verbraucher sollten darauf achten, die (am besten schon am Fundort gesäuberten) Pilze kühl, luftig und nicht zu lange aufzubewahren. Am besten verzehrt man sie am gleichen Tag, spätestens innerhalb von zwei bis drei Tagen. Außerdem sind nur wenige Exemplare, wie zum Beispiel Zuchtchampignon und Steinpilz, roh verzehrbar.

Mehr zum Thema: Gekaufte Pilze richtig zubereiten - 5 Tipps für den Einkauf, das Lagern & Garen

 

Auch diese Gefahren sollten Sammler kennen

In einigen Regionen ist der Boden durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl nach wie vor mit radioaktiven Stoffen belastet. Auch Schwermetalle können sich in einigen Pilzarten stark anreichern. Als Faustregel für den Verzehr gilt deshalb, dass Erwachsene nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze in der Woche verzehren sollten. Nicht zuletzt deshalb rät auch Peter Karasch von der DGfM generell dazu, Pilze als Genuss- und nicht Hauptnahrungsmittel zu sehen und sie eher in Maßen zu verzehren.

Auch gut zu wissen: Achten Sie beim Sammeln am frühen Morgen und bei Sonnenuntergang darauf, in Jagdrevieren auf den Wegen zu bleiben um mögliche Verwechslungen zu vermeiden.

 

Die wichtigsten Pilzsammeltipps der DGfM

  1. Sammeln Sie nur Pilze, die Sie mit Sicherheit (bereits zum wiederholten Male) bestimmen können.
  2. Fragen Sie im Zweifelsfall immer einen geprüften Experten um Rat und zeigen Sie ihm Ihren Fund.
  3. Überprüfen und erweitern Sie Ihre Pilzkenntnisse mit entsprechender Fachliteratur und/oder offiziellen Weiterbildungen.
  4. Nehmen Sie keine alten, madigen und zu kleinen jungen Pilze mit nach Hause.
  5. Transportieren Sie Ihre Ausbeute nur in Körben oder anderen luftigen Behältnissen.

Weitere Informationen zum Thema, zum Beispiel auch Hinweise zum Umgang mit Pilzvergiftungen oder Tipps zum richtigen Umgang mit Pilzen aus dem Handel, finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

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