Vitaminpräparate im Test Nahrungsergänzungsmittel laut Stiftung Warentest oft zu hoch dosiert

Wer seine Ernährung mit Vitaminpräparaten ergänzt, tut seiner Gesundheit nicht unbedingt etwas Gutes: Stiftung Warentest nahm nun einige auf dem Markt erhältliche Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe und kam zu teils besorgniserregenden Ergebnissen.

Vitamine und andere Nährstoffe (Spurenelemente, Ballaststoffe und Co.) sind für uns lebenswichtig und wir können unseren Bedarf in der Regel über unsere Nahrung decken. Doch manchmal fällt es vielleicht schwer, sich ausgewogen genug zu ernähren und wir greifen zu Präparaten, die ein mögliches Defizit ausgleichen sollen. Auch bei bestimmten Krankheiten oder bei Appetitverlust und Beschwerden beim Schlucken kann das Einnehmen dieser Mittel nötig sein. Allerdings sollten Sie dabei vorsichtig sein, denn Stiftung Warentest stellte jetzt bei der Untersuchung von Vitaminpräparaten fest, dass einige Produkte zum Teil viel zu hoch dosiert sind - und das kann unserem Körper schaden.

 

Überdosierung um die bis zu 34-fache Vitaminmenge

Im Test wurden 35 Mittel aus Apotheken, Reformhäusern, Drogerien, Supermärkten und aus einem Online-Shop überprüft - 26 davon überschritten die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tagesdosis von Vitaminen in Nahrungsergänzungsmitteln. In 10 Produkten liege die Dosis sogar "drastisch" über der jeweils empfohlenen Höchstmenge. So gibt Stiftung Warentest an, dass bei zwei Präparate mehr als 17 mal so viel Vitamin E enthalten ist wie das BfR raten würde. Ein Produkt wies sogar 34 mal so viel Vitamin K auf wie empfohlen. Insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sei eine Überdosierung problematisch, weil sie sich im Körper anreichern können.

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Mögliche Folgen von Nahrungsergänzungsmitteln

Zu viel Vitamin K im Organismus kann zum Beispiel dazu führen, dass die Wirkung einiger gerinnungshemmender Medikamente herabgesetzt wird. Die empfohlene Tagesdosis laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt hier bei 0,065 Milligramm für Frauen über 50. Eine deutlich zu hohe Menge an Vitamin C (empfohlene Tagesdosis laut DGE: 95 mg) kann zu Nierensteinen führen und die Verdauung stören, während zu viel Vitamin A (empfohlene Tagesdosis laut DGE: 0,8 mg) nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Haut- und Leberprobleme nach sich ziehen kann.

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Überlegen Sie deshalb besser genau, ob Sie tatsächlich zu Vitaminpräparaten greifen möchten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt an, dass eine Nahrungsergänzung zwar in Einzelfällen sinnvoll sein kann, aber: "Nichtsdestotrotz ist und bleibt die beste Ernährungsstrategie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Nahrungsergänzungsmittel sind dafür kein gleichwertiger Ersatz."

Wenn Sie sich für die konkret getesten Produkte und ihr Abschneiden in der Prüfung durch Stiftung Warentest interessieren, finden Sie den vollständigen Test gegen Gebühr unter www.test.de.

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