Tod dreier Geschwister

Michaela May: "Die Abgründe meines Lebens haben mich nicht zerbrochen"

Erst nach dem Tod ihrer Mutter Anneliese spricht Schauspielerin Michaela May über die schlimme Tragödie, die ihre Familie prägte: Drei Geschwister nahmen sich das Leben.

Schauspielerin Michaela May im Portrait.
Michaela May hat sich von schweren Schicksalsschlägen in ihrem Leben nie unterkriegen lassen. Foto: Imago / Sven Simon

Erst heute kann Michaela May über die schlimmen Schicksalsschläge in ihrer Familie sprechen. "Frau May, Sie sind so fröhlich, so positiv, so nett." "Mit Ihrem Lächeln geht die Sonne auf.“ Sätze wie diese hört Michaela May (69) fast täglich.

Michaela May hat drei Geschwister verloren

Und es stimmt: Die Schauspielerin wirkt stets, als hätte das Leben sie nur mit Glück beschenkt. Und so ahnte lange niemand, in welch tiefe Abgründe sie blicken musste. Erst heute kann sie über tragische Vorfälle ihrer Familie sprechen …

"Ich habe drei Geschwister verloren. Meinen Bruder Karl, 1974, im Alter von 28 Jahren. Meinen Bruder Hans, 1977, im Alter von 34 Jahren. Und meine Schwester Gundi, 1980, im Alter von 22 Jahren. Sie haben alle drei freiwillig dieses Leben verlassen", verrät die beliebte Schauspielerin nun.

Erfahren Sie hier, wie sich bisher unerkannte Depressionen äußern können (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Nach dem Tod ihrer Mutter Anneliese kann Michaela May über die Tragödie sprechen

All die Jahre hat Michaela May diese Tragödie stillschweigend mit sich herumgetragen. Nie darüber gesprochen – auch weil ihre Mutter das so wollte. "Sie wollte nicht ständig darauf angesprochen werden", erklärt sie. Doch mit ihrem Tod 2019 hat sich das nun verändert – und Michaela May öffnet ihr Herz...

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Alles fing damit an, dass sich ihr Bruder Karl immer weiter zurückzog, zunehmend melancholisch wurde. Nach einer langen Zeit in der Psychiatrie schien es bergauf zu gehen. Bis er im Frühjahr 1974 verschwand – und im Dezember tot aufgefunden wurde. "In seinem Körper fand sich ein Cocktail aus Alkohol und Medikamenten", sagt May. Besonders ihren Bruder Hans ließ dieses Ereignis nicht mehr los. Er litt, war innerlich zerrissen. Im Januar 1977 sprang er aus dem Dachfenster seines Wohnblocks.

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"Ich hatte das Gefühl, die ganze Welt um mich herum stirbt"

"Mich selbst traf die Nachricht vom Tod meines großen Bruders wie eine Abrissbirne. "War ich denn taub und blind gewesen?“, fragt May. Doch die Tragödie ging weiter. Ihre Schwester Gundi verfiel den Drogen. Sie nahm sich ebenfalls das Leben. "Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Welt um mich herum stirbt", erinnert sich May an die dunkle Zeit. "Wie fallende Dominosteine sah ich den Tod auf mich zukommen..."

Heute trägt sie Fotos ihrer verstorbenen Geschwister stets bei sich.

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Aus dem Verlust schöpfte die Schauspielerin neuen Lebensmut

Doch eben diese unbegreiflichen Verluste zeigten der Schauspielerin, dass sie leben wollte! "Ich habe erkannt, dass die Lust am Leben, die mich jeden Tag begleitet, ein Geschenk meiner Geschwister an mich ist, deren Tod mir gezeigt hat, wie schnell das Leben vorbei sein kann", erklärt sie. Und so blickt sie kurz vor ihrem 70. Geburtstag am 18. März 2022 auf ein Leben, "in dem ich in Abgründe geschaut habe, die mich nicht haben zerbrechen lassen".

Noch mehr spannende Einblicke in ihr Leben gewährt Michaela May in ihrer im Februar erschienenen Autobiografie "Hinter dem Lächeln":

Hegen Sie selbst Suizid-Gedanken? Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie Hilfe: Unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 finden Sie kostenfrei Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen

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