'Puppenspielerl'-Star Herbert Knaup: "Da musst du aushalten, dass dich Fünfjährige Opa rufen"

Im Film 'Die Puppenspieler' spielt Herbert Knaup einen mächtigen Kaufmann, der einen Jungen in seine Obhut nimmt. Privat lebt Herbert Knaup sein Familienglück. Mit über 50 wurde er noch mal Papa. Was er darüber denkt …

Herbert Knaup spielt im Film 'Toter Winkel' einen Vater, der das Vertrauen zu seinem Sohn verliert.
'Toter Winkel'-Star Herbert Knaup ist zweifacher Vater.

Das Neue Blatt traf Herbert Knaup vor einiger Zeit nach dem Dreh zu einem anderen Film ('Toter Winkel') zum Interview. Was er damals verraten hat:

Das Neue Blatt: Welchen Vorteil hat es, mit 50 nochmal Vater geworden zu sein?

Herbert Knaup: Um ein Wunschkind zu bekommen, gehören immer zwei dazu. Ich wurde ja schon mal mit Anfang 30 Vater eines Sohnes, der auch ein Wunschkind war. Meine Frau fragte mich, wie es denn wäre, wenn wir nochmals eine kleine Familie gründen würden. Da sagte ich sofort "Ja".

Warum?

Das höchste Glück in der Liebe ist ein Kind. Unsere Gesellschaft ist offener, die Generationsübergänge sind fließender. Da gehst du eben mit über 50 zur Kita, um dein Kind abzugeben und abzuholen. Du musst nur aushalten, dass dich Fünfjährige womöglich Opa rufen.

Sind Sie heute genau der Vater, der Sie auch immer sein wollten? Was haben Sie aus Ihrer eigenen Kinderstube übernommen und was nicht?

Ich habe ganz bewusst nicht soviel übernommen. Mein Vater war sehr autoritär, sehr laut, sehr herrisch, auch sehr grob. Er hat uns geschlagen. Das ist das Letzte, was ich machen würde. Ich habe noch nie ein Kind geschlagen, ich habe zwei Söhne und lehne Gewalt komplett ab.

Was haben Sie übernommen?

Ich habe viel von meiner Mutter. Die war sehr lieb, sehr herzlich und auch sehr großzügig. Vielleicht ist meine Gefahr als Vater mehr, dass ich in der Erziehung die Regeln nicht konsequent durchziehe. Wenn es heißt: "Nein, es gibt jetzt kein Handy! Nein, du spielst jetzt nicht damit!". Dann sage ich mitunter doch manchmal: "Na, komm, fünf Minuten gehen noch."

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Und wie finden Sie das?

Nicht so gut. Ich weiß, ich muss mein Verhalten ändern, ich muss konsequenter werden. Denn man schafft als Eltern auch eine Klarheit, an die sich die Kids halten können und wollen. Ich bin als Vater aber komplett anders als es mein eigener Vater war.

Haben Sie bewusst Traditionen von früher beibehalten?

Da fällt mir nichts ein. Mein Vater hatte immer so Sprüche drauf, und auch die habe ich zum Glück nicht. Natürlich bin ich aber der Sohn meines Vaters, deswegen ist sicher etwas von ihm auch in mir.

Wie meinen Sie das?

Ich versuche immer, den Glauben an die Gutmütigkeit in Bezug auf meinen Vater in mir selbst zu suchen. Er hatte auch seine herzigen, sonnigen und glücklichen Momente. Aber er war vielleicht etwas frustriert, weil er sein Leben nicht so leben durfte, wie mein Bruder und ich es damals leben konnten und heute können.

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Warum glauben Sie das?

Mein Vater hat es mir ermöglicht, dass ich diesen Beruf ergreifen konnte, weil er in mir eine Sehnsucht aufgebaut hat. Mein Vater hat immer gesagt: "Du musst Musik machen! Du musst auf eine Bühne!" Das war sein großer Traum und den hat er nach dem Krieg nur kurz leben dürfen.

Wieso?

Während seiner Kriegsgefangenschaft fing mein Vater an, einen musikalischen Weg einzuschlagen. Den hat er dann aber kurz darauf für die Familie aufgegeben. Wir Kinder aber konnten diesen Weg gehen – und ich kann sagen: Wir haben den Traum meines Vaters erfüllt.

Weiß Ihr Sohn, was es heißt, wenn der Satz fällt: Papa ist jetzt zum Drehen viele Wochen weg?

Absolut! Unser achtjähriger Sohn war zuletzt in Hamburg und hat mich mit "Hinter der Fassade" auf der Bühne des Sankt Pauli Theaters gesehen. Das war ein tolles Erlebnis!

Wie hat es ihm gefallen?

Er hat sich die Vorstellung angesehen, saß zusammen mit meiner Frau im Publikum. Und dann war er ganz glücklich, weil er hinter die Bühne konnte. In diesem Beziehungsstück ist nicht alles kindgerecht. Mitunter ging der Text auch etwas unter die Gürtellinie.

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Wie ist Ihr Sohn damit umgegangen?

Selbstverständlich hat er sich genau diese Sätze gemerkt und konnte sie hinterher wiedergeben. Damit hat er mich und meine Frau konfrontiert: "Papa, wie kannst du so etwas sagen?" Das fand ich süß (lächelt).

Wie ist das mit den Filmen vom Papa? Darf Ihr Sohn sie sehen, wenn Sie beispielsweise in einem Märchenfilm mitspielen?

Ja, aber die Erwachsenen-Filme natürlich nicht. Das hebe ich mir auf. Gerade hat er seinen ersten "Star Wars"-Film angesehen. Wir haben uns erst jetzt dazu durchgerungen, obwohl einige seiner Freunde ihn schon früher sehen durften. Er liebt das natürlich. Als Eltern sind wir zwiegespalten, schließlich geht es auch ums Töten. Weil es aber mit einem Laserschwert passiert, ist es mehr abstrakt.

Herbert Knaup wurde 1956 in Sonthofen geboren. Nach seiner Schauspiel-Ausbildung machte Knaup ein Praktikum bei den Münchner Kammerspielen, bevor er zahlreiche Theater-Engagements bekam. Erst 15 Jahre später wurde er für das Fernsehen entdeckt und begeisterte mit dem Thriller "Die Sieger" die Zuschauer. Seitdem ist er in zahlreichen Fernseh- und Kino-Formaten zu sehen. Er hat zwei Söhne (26, 8) und lebt in Berlin.

'Die Puppenspieler - Aus dem Feuer' läuft am 27. Dezember 2017 um 20:15 Uhr in der ARD. Der zweite Teil 'Ans Licht' läuft am 29. 12. ebenfalls um 20:15 Uhr in der ARD.

Quelle: Das Neue Blatt

Video: Kennen Sie die echten Namen der Stars?

 

 

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