Liebenswürdig, zurückhaltend

Heinz Schubert: Privat war er ganz anders als "Ekel Alfred"

Schauspieler Heinz Schubert († 73) wurde vielen durch seine Rolle als Ekel Alfred Tetzlaff in "Ein Herz und eine Seele" bekannt, doch im wahren Leben unterschied er sich sehr von dieser Figur.

Schauspieler Heinz Schubert starb im Jahr 1999.
Schauspieler Heinz Schubert starb im Jahr 1999. Foto: imago images / teutopress

Das Ekelpaket Alfred Tetzlaff, das sich in insgesamt 25 Folgen von 'Ein Herz und eine Seele' (zwei Staffeln)* über alles und jeden echauffierte, trifft auch heute noch mitten ins Humorzentrum der Fernsehzuschauer. Dank ihm ist die satirische Erfolgsserie aus den 70er-Jahren bis heute Kult. Besonders die Episode 'Silvesterpunsch', ursprünglich 'Sylvesterpunsch', wird traditionell zum Jahreswechsel im Fernsehen gezeigt.

Doch viele der (damaligen und auch heutigen) Zuschauer wissen nicht, was den Menschen hinter der ebenso prolligen wie spießigen Figur Alfred ausmachte. Wir werfen deshalb einen Blick zurück auf das Leben des Schauspielers Heinz Schubert.

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"Ich bin nie ein Ekel gewesen", sagte Heinz Schubert über sich selbst

Heinz Schubert konnte sich zeitlebens nicht richtig vom Image des intoleranten Griesgrams lösen, dabei war er selbst ganz anders als Alfred Tetzlaff. "Ich bin nie ein Ekel gewesen. Mit Freundlichkeit und Aufmerksamkeit macht man sich das Leben doch leichter", zitierte ihn die Zeitschrift 'Auf einen Blick' kurz nach seinem Tod aus einem Interview. Der Berliner galt als höflich, zurückhaltend und reserviert, doch "wen er einmal in sein Herz geschlossen hatte, der konnte sich seiner Gunst sicher sein", schrieb die 'Hamburger Morgenpost' damals in ihrem Nachruf.

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Ilse Schubert war von der Jugend sein Fels in der Brandung

Anders als das von ihm so grandios verkörperte Ekel Alfred, der seine Gattin Else (in Staffel 1 gespielt von Elisabeth Wiedemann) gern als "dusselige Kuh" beschimpfte, gab er auch nicht den Familientyrann: Seit 1953 war er glücklich mit Ehefrau Ilse Schubert verheiratet, die er bereits mit 19 Jahren (sie war erst 16) kennengelernt hatte. Sie schenkte ihm drei Kinder.

Schauspieler Heinz Schubert und seine Frau Ilse Schubert.
Schauspieler Heinz Schubert und seine Frau Ilse Schubert. Foto: imago images / United Archives

Neben der Liebe zu seiner Familie und seiner Leidenschaft für Theater und Film bereicherte außerdem die Insel Sylt das Leben des nur 1,57 Meter großen Charakterdarstellers. Über den Ortsteil Wenningstedt soll Schubert einmal gesagt haben, dass "kein Stätt so nett" sei - und er fand dort auch seine letzte Ruhe, nachdem er 1999 in Hamburg an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben war. Offenbar hatte er seine Familie mit der Faszination für die Nordseeinsel angesteckt, denn Tochter Katrin Fifeik ist seit einiger Zeit Bürgermeisterin der Doppelgemeinde Wenningstedt-Braderup und Ehefrau Ilse wurde 2017 ebenfalls hier beigesetzt.

Diese besondere Leidenschaft hegte der Künstler Heinz Schubert

Heinz Schubert in den 90er-Jahren.
Heinz Schubert in den 90er-Jahren. Foto: imago images / United Archives

Heinz Schubert hatte sehr zurückgezogen gelebt und sich ganz der Kunst verschrieben. Er arbeitete abgesehen von seinen Bühnenengagements auch als Regisseur und Schauspiellehrer, war Professor an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und pflegte ein ganz besonderes Hobby: Er liebte es, Schaufenster und insbesondere Schaufensterpuppen zu fotografieren. Einige seiner rund 22.000 Aufnahmen, die in aller Welt aufgenommen worden waren wurden sogar ausgestellt - auch ein Bildband erschien 1979. Für den gebürtigen Berliner waren diese Szenerien hinter Glas eine Art "Theater für Passanten", ein stummes Straßentheater, das ihn aufgrund der Haltung, Gesten und Choreographie der Puppen besonders anzog.

Auch, wenn Heinz Schubert besonders als Scheusal Alfred Tetzlaff in Erinnerung bleibt, ist die Liste seiner bedeutenden Rollen lang. Der Schauspieler, der Anfang der 50er-Jahre vom Dramatiker Bertolt Brecht an dessen Berliner Ensemble geholt worden war und ein großes komödiantisches Talent besaß, wirkte unter anderem auch im TV-Vierteiler 'Der große Bellheim' von 1993 mit. Dafür wurde er auch - zusammen mit seinen Filmkollegen - unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

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