'Tatort'-Star Harald Krassnitzer: "Meine Frau und ich führen ein buntes Leben"

Wer mit dem 'Tatort'-Star Harald Krassnitzer (59) spricht, bekommt einen tiefen Einblick in sein Leben und viele Weisheiten.

Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer sind seit 10 Jahren verheiratet.
Harald Krassnitzer ist seit 2009 mit der Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer verheiratet.
Inhalt
  1. Harald Krassnitzer über den Umgang mit Stress und Streit
  2. "Ich bin vom Leben sehr reich beschenkt worden."
  3. Mehr über den 'Tatort'-Star

Harald Krassnitzer lebt gern ruhig und zurückgezogen im Bergischen Land bei Wuppertal. Im Interview hat er verraten, was er macht, wenn sich doch ab und an mal Stress in sein Leben schleicht. Privat passt der Schauspieler gut auf sich auf, entspannt auf vielerlei Arten und führt ein außergewöhnlich buntes Leben mit seiner Ehefrau Ann-Kathrin Kramer. 

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Das neue Blatt: Man hat Sie kürzlich in einem Film wandern sehen. Wandern Sie auch in Ihrer Freizeit?

Harald Krassnitzer: Ich wandere sehr gerne und finde diese Art von Reise und Urlaub schlicht toll. Man sieht dabei viel von der Landschaft, und das bringt viel mehr Entspannungspotenzial und einzigartiges Urlaubsgefühl als manch andere Reise. Beim Wandern kommen die Dinge von selbst auf mich zu. Man kommt viel entspannter zurück. Das mag ich.

 

Harald Krassnitzer über den Umgang mit Stress und Streit

Was tun Sie noch gegen Stress? Haben Sie einen Rückzugsort?

Jeder Mensch braucht Rückzugsräume! Jeder muss die Möglichkeit haben, sich in Ruhe sortieren zu können. Aber einige Menschen können sich das auch nicht immer leisten. Viele laufen in ihrem Hamsterrad täglich dem nach, womit sie ihr Leben finanzieren müssen, um überleben zu können, um etwas aufrechtzuerhalten. Insofern ist es für mich auch nachvollziehbar, dass viele Menschen die Rückzugsmöglichkeit nicht haben.

Wie ist es bei Ihnen persönlich?

Ich habe mir diese Räume ganz bewusst geschaffen. Da gehe ich hin, wenn ich kurz vorm Kollaps bin und es mir zu stressig wird, und ich merke, ich muss mein Gehirn jetzt freischalten, damit ich weiter richtig funktioniere.

Sie sollen gern über den Wiener Zentralfriedhof gehen ...

Ich suche mir Ablenkung. Ich suche einen anderen Fokus für mich – und da ist der Wiener Zentralfriedhof durchaus eine jener zentralen Stätten, von denen ich weiß, da quatscht mich sicherlich kein Mensch an. Dort kann ich in Ruhe nachdenken. Da gehe ich durch sehr ruhiges Gefilde. Dazu gibt es sicher noch einige andere Flecken in Österreich, wo ich mich am liebsten wandernder Weise zurückziehe. Auch mein eigenes Zimmer in Wuppertal ist für mich ein Ort, an dem ich Ruhe finde. Ich habe einige Ecken, von denen ich weiß, die gestalte ich mir bewusst als meine Rückzugszone.

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Wie lösen Sie Konflikte, wie gehen Sie damit um?

Für mich sind Gespräche wichtig. Wir sprechen alles immer direkt an. Und wenn man die Dinge gleich angeht, dann merkt man sehr schnell, ist man bei dem anderen angekommen, womöglich auch an einem unangenehmen Punkt?

Und dann?

Entweder explodiert der andere oder es kommt zu der klassischen Situation, dass man zu hören kriegt: ‚Ich weiß jetzt gar nicht, wovon du redest.‘ Das ist dann ein Missverständnis, aber man hat etwas ausgelöst. Entweder passiert das ganz schnell oder man merkt eben, oh, da hat sich etwas angestaut, das braucht jetzt Luft. Wenn das passiert, ist es auch gut, denn dann ist der Dampf draußen, der Druck weg, und das ist generell positiv.

Ist Streit etwas Positives?

Bei Streit gibt es eben mal eine Stunde Stunk. Es ist eine Stunde mal etwas lauter. Aber danach merkt man, dass sich das Gemüt beruhigt hat, dass der Kopf und die Seele klarer werden. Dann kann man vernünftig darüber reden. Nach einer weiteren Stunde kann man schon gemeinsam darüber lachen. (grinst)

Sie sind seit zehn Jahren verheiratet. Was tun Sie gegen den Ehealltag?

Den Ehealltag hat es bei uns in den letzten zehn Jahren nicht gegeben, warum sollte es ihn in den nächsten zehn geben? Meine Frau und ich führen ein außergewöhnlich buntes Leben. Wenn wir nach vier Wochen Dreharbeiten endlich wieder zusammen sind und auch Zeit füreinander haben, kann der Ehealltag gar nicht auftauchen.

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"Ich bin vom Leben sehr reich beschenkt worden."

Im Film geht es auch um das Thema Veränderung – was bedeuten für Sie Veränderungen? Und: Lebt Ihr Ziehsohn Leon (20) noch zu Hause?

Veränderungen finde ich gut und wichtig! Leo wohnt noch bei uns zuhause, ist aber kurz vorm Absprung. Diese Veränderung wird demnächst kommen, dafür ist aber innerlich bei meiner Frau und mir schon alles vorbereitet. Das ist alles gut so, und wir freuen uns auch, dass Leo seinen Weg geht, welchen Weg er auch immer finden wird.

Und welche Veränderung war für Sie einschneidend?

Die einschneidende Veränderung war für mich in diesem Beruf die Chance zu bekommen, beim Fernsehen einzusteigen. Und dazu noch das große Glück zu haben, für eine Zeit lang dabei bleiben zu dürfen. Ich habe die Empfindung, dass ich vom Leben sehr reich beschenkt worden bin.

 

Mehr über den 'Tatort'-Star

Geboren ist Schauspieler Harald Krassnitzer am 10.09.1960 in Grödig bei Salzburg. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Speditionskaufmann, besuchte dann die Schauspielschule. Berühmt wurde er durch zahlreiche Serien wie 'Der Bergdoktor' oder 'Der Winzerkönig'. Seit 1999 spielt Krassnitzer in der Wiener 'Tatort'-Reihe den Ermittler Moritz Eisner. Gelegentlich arbeitet der TV-Star auch als Moderator.

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