Einsatz für den Tierschutz Hannes Jaenicke über das traurige Schicksal der Nashörner

Wie schlimm es um Nashörner steht, erzählt und zeigt Schauspieler und Tierschützer Hannes Jaenicke (57) in seinem neuen Film - und hier im Interview. Hier berichtet er, wie er die Dreharbeiten erlebt hat und was ihn zu seinem Tierschutzengagement bewegt.

Hannes Jaenicke über das traurige Schicksal der Nashörner
Auf der Farm von John Hume besucht Hannes Jaenicke den Nachwuchs der Nashornzucht.
Inhalt
  1. "2016 wurden in Afrika über 1200 Tiere von Wilderern getötet"
  2. Drei getötete Nashörner pro Tag in Südafrika
  3. "Wo bleibt das Wildtierverbot für Zirkusse?"
  4. Warum ist das Horn so begehrt?

"Für meine Reportagen habe ich schon viele bedrohte Tiere in ihrer Heimat besucht – doch jetzt stand ich zum ersten Mal vor einem, das garantiert aussterben wird. Es heißt Sudan, ist ein Nördliches Breitmaulnashorn und ich bin ihm im Rahmen meiner aktuellen ZDF-Doku im Ol-Pejeta-Schutzgebiet in Kenia begegnet. Zu wissen, dass dieser imposante Bulle der letzte seiner Art ist und es nur noch zwei streng bewachte weibliche Nachkommen gibt, ist traurig."

 

"2016 wurden in Afrika über 1200 Tiere von Wilderern getötet"

"Nashörner aller Art sind besonders gefährdete Tiere, weil das illegale Geschäft mit Rhinozeros-Horn in den vergangenen Jahren rapide zugenommen hat: Allein 2016 wurden in Afrika über 1200 Tiere von Wilderern getötet, denn ein Kilo Horn kann auf dem Schwarzmarkt bis zu 50.000 Euro wert sein. Eine Entwicklung, die fatale Folgen für den Bestand dieses ältesten all unserer Landsäugetiere hat."

 

Drei getötete Nashörner pro Tag in Südafrika

"Das habe ich auch in Südafrika gesehen, der Hochburg der Nashorn-Wilderei. Hier leben die meisten der verbleibenden wilden Rhinozerosse, das sind knapp 20.000 Tiere – wie lange noch, steht in den Sternen. Zurzeit werden hier rund drei Nashörner pro Tag durch Wilderer getötet, zurück bleiben verwaiste und verstörte Jungtiere, die ohne ihre Mutter keine Chance aufs Überleben in der Wildnis haben. Um diese Tiere, derzeit rund 30 Babys, kümmert sich ein Nashornwaisenhaus, in dem ich filmen durfte. Der Standort ist streng geheim, das Gelände gesichert wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Das ist auch bitter nötig: Oft befinden sich große Siedlungen in der Nähe von Schutzgebieten. In diesen Orten gibt es entsprechend viele Menschen, die in Armut leben und sich von Banden zur lukrativen Wilderei verführen lassen."

Hannes Jaenicke begleitete die Ranger bei ihrer täglichen Arbeit im Zeichen des Nashorn-Schutzes
Hannes Jaenicke hält zwei Stücke des abgesägten Horns in den Händen. Das gehört zum täglichen Alltag der Tierschützer, die auf ihren Touren stets von bewaffneten Rangern beschützt werden.
 

"Wo bleibt das Wildtierverbot für Zirkusse?"

"Doch auch Deutsche sind mitverantwortlich für das Nashornsterben, denn sie machen nicht nur Jagdsafaris mit, die bis heute selbst bei bedrohten Tierarten erlaubt sind, es gibt auch 60.000 deutsche Auslandsjäger, die in Afrika Wildtiere erlegen und ihre Trophäen stolz in der Heimat präsentieren. Das ist beschämend, genau wie die Zuschauer, die im Circus Krone immer noch ein dressiertes Nashorn beklatschen. Wo bleibt das Wildtierverbot für Zirkusse? Und nicht mal in unseren Zoos sind die Tiere sicher, weil die Gier nach dem Horn so groß ist. So wurde beispielsweise Anfang 2017 ein Nashorn in einem Pariser Zoo erschossen und das Horn gestohlen. Viele Zoos haben ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Wo soll das hinführen?"

Wir berichteten:

Wilderer erschießen Nashorn im Zoo in Frankreich
Paris Wilderer erschießen Nashorn im Zoo

In einem Pariser Zoo haben Wilderer ein Nashorn erlegt. Sie hatten es auf sein Horn abgesehen.

"Wir müssen schnell handeln, wenn diese grauen Riesen nicht in ein paar Jahren schon von unserer Erde verschwunden sein sollen. Nicht nur, weil sie so beeindruckend aussehen: Mit jeder aussterbenden Art verändert sich auch das Ökosystem und damit das Klima. Die Folgen dieses Wandels betreffen uns alle – darum ist es höchste Zeit für uns und die ganze Welt, endlich umzudenken!"

 

Warum ist das Horn so begehrt?

"Der größte Markt für illegale Nashornimporte ist Vietnam. Dort ist der Verkauf zwar auch verboten, doch in der traditionellen Medizin gilt das Horn als entzündungshemmendes Wundermittel, das auch Kater vertreiben und sogar Krebs heilen soll. Wissenschaftlich wurde dies nie bewiesen, aber viele glauben daran. In der reichen Bevölkerungsschicht gilt der Besitz zudem als Statussymbol."

 

'Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Nashörner' wird am 16. Januar 2018 um 22:15 Uhr im ZDF gezeigt.

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Quelle: Fernsehwoche

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