Sanfte Behandlung Eine ganzheitliche Behandlung beim Heilpraktiker

Gerade Frauen wünschen sich häufig eine ganzheitliche und möglichst sanfte Behandlung. Vier alternative Methoden, die wissenschaftlich geprüft sind.

Arzt oder Heilpraktiker? Das sollten Sie wissen
Die heilenden Hände des Heilpraktikers können Wunder wirken.
Inhalt
  1. Wirkung in Studien bewiesen
  2. Wie finde ich einen guten Therapeuten?
  3. Was kostet die Behandlung?
  4. So behandelt der Heilpraktiker Osteopathie
  5. Was ist Biofeedback?
  6. Akupunktur: Die traditionelle chinesische Medizin
  7. Das kann Magnetfeld-Therapie
  8. Ein Termin beim Heilpraktiker: Darauf sollte man achten

Sanfte Medizin liegt im Trend. Vor allem Frauen ab 40 vertrauen darauf. Sie wünschen sich eine Behandlung, bei der sie sich verstanden und aufgehoben fühlen. Für sie ist es sehr wichtig, dass der Therapeut sie als mündige Patientin behandelt. Immer mehr Ärzte erkennen die sogenannte Komplementärmedizin als zusätzliche sinnvolle Behandlung an und bilden sich auch auf solchen Gebieten fort. Klassische Anbieter sind die Heilpraktiker.

In Deutschland gibt es mehr als 400 Therapien jenseits der Schulmedizin. Forscher fassen diese Verfahren so zusammen: Fast immer wird ganzheitlich behandelt – mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Der Heilpraktiker sieht den ganzen Menschen statt nur seine Symptome. Und es hat sich herausgestellt: Heilpraktiker können am besten helfen, wenn die Patienten offen dafür sind und ihrem Therapeuten vertrauen.

 

Wirkung in Studien bewiesen

Die Arbeit von Alternativheilern wird immer genauer wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Dabei prüfen Studien, ob und wie solche Behandlungen wirken. Institute wie die Stiftung Warentest oder die unabhängige internationale Cochrane-Gesellschaft untersuchen wiederum, wie aussagekräftig jene Studien sind, und leiten daraus Empfehlungen ab. Die wichtigsten, durch seriöse Studien anerkannten Verfahren sind Akupunktur, Biofeedback, Osteopathie und Magnetfeld-Therapie.

 

Wie finde ich einen guten Therapeuten?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gibt es bundesweit 43.000 Heilpraktiker, davon 27.000 in Teilzeit. Weil Heilung nun mal stark von Vertrauen abhängt, sollte man auf die gute alte Mundpropaganda setzen: Menschen, denen ein Heilpraktiker etwa bei heftigen Schmerzen helfen konnte, sagen das gern weiter. Hören Sie sich also bei Freunden und Bekannten um. Auch in Apotheken können Sie Empfehlungen bekommen, wenn zum Beispiel in der Nähe ein erfolgreicher Therapeut arbeitet. Oder Sie suchen einen Heilpraktiker im Internet, am besten über große Berufsorganisationen wie: Fachverband Deutscher Heilpraktiker: www.heilpraktiker.org Bund Deutscher Heilpraktiker: www.bdh-online.de

 

Was kostet die Behandlung?

Die Stundensätze von Heilpraktikern beginnen bei rund 50 Euro. Zunächst erfolgt eine ausführliche Erstbefragung und Beratung. Dabei sollten die Behandler auch sagen, was die weitere Therapie kosten würde: Die Stundensätze können bis zu 200 Euro betragen, je nach Aufwand und Methode. Immer mehr gesetzliche Kassen bezahlen anerkannte Therapien zumindest teilweise. Vorher nachzufragen kann sich lohnen.

 

So behandelt der Heilpraktiker Osteopathie

Die Methode

Ein Osteopath heilt nur mit den Händen. Die Ausbildung in Teilzeit dauert je nach Institut mindestens 1350 Stunden. Er tastet nach verspannten Muskeln und Gelenken, prüft auch die Bauchorgane. Durch sanfte Berührung, gezielten Druck oder Dehnung mit unterschiedlichen Grifftechniken stimuliert der Heilpraktiker Nerven, Durchblutung und Stoffwechsel. Dabei löst er – oft vorhandene – Blockaden und stellt die Harmonie zwischen den Organen wieder her.

Wann sie hilft

In den USA ist das Verfahren genauso anerkannt wie die Schulmedizin. Es lindert Rückenschmerzen ebenso gut wie Schmerzmittel. Osteopathie kann zum Beispiel auch bei chronischen Kopfschmerzen und Ohrgeräuschen (Tinnitus) helfen. Die Spezialausrichtung der viszeralen Osteopathie kann chronische Beschwerden des Magen-Darm-Trakts wie das Reizdarm-Syndrom lindern. Immer mehr gesetzliche Kassen bezahlen oder bezuschussen osteopathische Behandlungen.

 Im Video zeigen wir fünf Tipps, die gegen Migräne helfen:

 
 

Was ist Biofeedback?

Die Methode

Hier geht es darum, die heilende Kraft der Gedanken einzusetzen. Sensoren messen zum Beispiel Puls, Blutdruck, elektrischen Widerstand und Temperatur der Haut sowie feinste Muskelaktivitäten. Ein Computer stellt diese Werte als Töne und/oder Symbole auf einem Monitor dar, etwa als Figuren, die sich verändern – man sieht und hört ganz genau, wie man etwa einen Muskel entspannt. So können Patienten erkennen, dass schon kleinste mentale Veränderungen auf den Körper wirken. Sie lernen, Körpervorgänge bewusst mit ihrem Willen zu beeinflussen. Biofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren der Verhaltensmedizin.

Wann sie hilft

Studien zeigen: Biofeedback hilft bei Blasenschwäche (Inkontinenz) sowie Darmbeschwerden (oft auch beim Reizdarm-Syndrom), kann zum Beispiel auch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) und dessen Folgen (etwa Kiefergelenk-Schmerzen) heilen. Bei Kindern ist außerdem bewiesen, dass dieses Verfahren Migräne lindert.

 

Akupunktur: Die traditionelle chinesische Medizin

Die Methode

Das Verfahren stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und wird auch von speziell weitergebildeten Ärzten angewendet. Akupunktur-Punkte in der Haut, die auf Energiebahnen (Meridianen) liegen, werden mit hauchfeinen sterilen Nadeln stimuliert. Das löst Blockaden im Fluss der Lebensenergie Qi, heilt so Beschwerden und Krankheiten. Die Punkte sind mit Organen oder Körperregionen verbunden, stärken dort die Selbstheilung.

Wann sie hilft

Eindeutig nachgewiesen ist die Wirksamkeit bei Fibromyalgie, Kniegelenk-Arthrose (speziell bei chronischen Knieschmerzen, hier zahlen auch die gesetzlichen Krankenkassen dann meist voll), bei Tennisellenbogen, Rückenschmerzen (speziell bei chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, hier zahlen auch die gesetzlichen Kassen meist voll), zudem bei Spannungskopfschmerzen und Migräne. Akupunktur hat sich außerdem bei Zahnschmerzen bewährt.

 

Das kann Magnetfeld-Therapie

Die Methode

Spezielle Geräte rzeugen pulsierende Magnetfelder. Diese regen Zellstoffwechsel, Sauerstoffversorgung, Entschlackung und Durchblutung an. Das Verfahren wurde entwickelt, um Nervenschmerzen sowie Beschwerden im Bewegungsapparat zu lindern. Entweder liegt ein Magnetkissen etwa unter dem Rücken oder dem Knie. Oder es wird eine Magnetspule über dem Körperteil justiert. Man spürt nur ein feines Kribbeln.

Wann sie hilft

Mehrere kontrollierte Studien zeigen: ulsierende Magnetfelder können bei Arthrose Schmerzen lindern oder sogar stoppen. Bewährt hat sich die Methode auch bei Sehnenscheidenentzündungen und Sportverletzungen. Deshalb wird sie von zahlreichen Sport- und Mannschaftsärzten eingesetzt. Wichtig für Frauen: Die Wirkung ist zudem bei chronischen Unterleibsschmerzen nachgewiesen.

 

Ein Termin beim Heilpraktiker: Darauf sollte man achten

Der Behandlungstermin beim Heilpraktiker dauert in der Regel mindestens 30 und bis zu 90 Minuten, zum Beispiel für eine Erstanamnese. Bei diesem Gespräch zur Ihrer Vorgeschichte erfragt ein guter Heilpraktiker alle Aspekte, die er braucht, um sich ein möglichst genaues Bild von Ihnen und Ihren Lebensumständen machen zu können.

Die Diagnostik bezieht den ganzen Menschen ein. Der Heilpraktiker hört Ihnen aufmerksam zu, stellt gezielt Fragen – etwa nach ärztlichen Diagnosen und welche Medikamente Sie nehmen. Er rät nicht von verordneten Arzneimitteln ab. Gern beantwortet er alle Fragen. Und er sagt Ihnen, welche seiner Methoden für Sie infrage kommt und warum. Danach erklärt er die Therapieschritte genau. Ein guter Heilpraktiker hat genug Zeit für Sie, auch bei jedem Ihrer folgenden Besuche. Und sollte seine Behandlung nicht wie gewünscht wirken, hält er nicht daran fest und rät Ihnen, lieber zum Arzt zu gehen.

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Quelle: Tina

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