Liebenswert wird geladen...
'Terra X'-Moderator

Dirk Steffens: "Gemeinsam können wir die Welt retten"

'Terra X'-Moderator Dirk Steffens verrät, wie wir alle zusammen mit wenig Aufwand unsere Erde retten können.

'Terra X'-Moderator Dirk Steffens.
Unsere Welt bracht Hilfe, das weiß Dirk Steffens und will die Menschen aufklären. imago images / teutopress

Dirk Steffens erlebt in der Natur Glücksmomente

Mit 'Terra X' bringt Dirk Steffens die Schönheit der Erde in unsere Wohnzimmer. Doch nicht nur vor der Kamera setzt sich der Moderator aktiv für den Umwelt- und Tierschutz ein. In der Natur erlebt er die meisten Glücksmomente, seine Mission ist es, möglichst vielen Menschen nahe zu legen, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit der Erde ist.

Im Gespräch mit Liebenswert erklärt Dirk Steffens wie wichtig Artenschutz für unser aller Überleben ist und was jeder von uns ganz einfach täglich tun kann, damit sich unser Klima erholen kann.

Unter dem Video geht der Artikel weiter.

Was bedeutet Tier- und Umweltschutz für Sie? 

Tiere machen mich froh. Ich hatte in meinem Leben schon viele großartige Momente und die hatten oft mit Begegnungen mit Tieren in der freien Wildnis zu tun. Wenn man ein Tier in seiner natürlichen Umgebung beobachten darf, fühlt sich das wahnsinnig schön an. Das sind für mich pure Glücksmomente. 

Beim Thema Umweltschutz verhält es sich leider etwas anders. Wenn ich die Natur beobachte, habe ich immer im Hinterkopf, wie bedroht dieses Biotop und jene Art ist.  Ich kann Natur kaum noch genießen, ohne die Bedrohung mitzudenken, weil sie heutzutage auf der ganzen Welt allgegenwärtig ist. 

Lesen Sie auch:

Wurde der Grundstein für Ihr heutiges Engagement bereits in ihrer Kindheit gelegt? 

Ich habe schon als kleiner Junge Frösche und Vögel draußen im Garten beobachtet und Tiere mit nach Hause gebracht, oft zum Leidwesen meiner Mutter. Ich hatte das also schon immer in mir. Wobei Naturliebe allgemein etwas zutiefst menschliches ist. Der Mensch kommt aus der Natur, wir haben den größten Teil unsere Evolutionsgeschichte als ein unauffälliges Mitglied der Lebensgemeinschaft in der Wildnis verbracht, so wie Elefanten oder Spitzmäuse, wir haben uns einfach angepasst und keinen besonders großen Schaden angerichtet. Erst heute glauben wir, nicht mehr Teil des Kreislaufs zu sein, was grundfalsch und auch eine Ursache unserer ökologischen Probleme ist. 

Es gibt Studien die belegen, dass der Aufenthalt im Grünen, in der Natur, beispielsweise im Wald, nicht nur gefühlt etwas Schönes ist. Es gibt tatsächlich körperliche Reaktionen, die wissenschaftlich messbar sind. Es gibt eine interessante Studie, in der untersucht wurde, wie schnell Menschen im Krankenhaus wieder gesund werden, wenn sie aus ihrem Fenster einen Baum sehen, oder wenn dort nur eine Wand zu sehen ist. Tatsächlich werden Menschen, die auf einen Baum gucken können, schneller gesund. Auch wenn dieser Zweig der Wissenschaft noch am Anfang steht zeichnet sich doch bereits ab, dass wir unterschätzt haben wie wichtig die Natur für unsere Gesundheit und unser Glück ist. 

Lesen Sie auch: Hannes Jaenicke über das traurige Schicksal der Nashörner

Warum Artenvielfalt so wichtig für unser Überleben ist

Was macht Artenvielfalt so relevant? 

Artenvielfalt produziert unsere Atemluft, unser Trinkwasser und unsere Nahrung. Ohne Artenvielfalt kann es keine Menschen geben. Es sind die Pflanzen, die dafür sorgen, dass unsere Atemluft mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Dass unsere Landwirtschaft uns ernährt ist darauf zurückzuführen, dass in nur einer Handvoll Mutterboden mehr Lebewesen existieren, als es Menschen auf der ganzen Welt gibt. Und die sorgen dafür, dass diese Erde nicht nur toter Gesteinsstaub ist, sondern dass es lebendige Erde ist, in der ein Samen wachsen kann. Das bedeutet, dass auch unsere Nahrung von der Artenvielfalt abhängig ist. Und das gilt ebenso für unser Trinkwasser die dritte Säule unseres Überlebens. Die Reinigung unseres Wassers wird von Bakterien erledigt, von Sandböden, von natürlichen Kreisläufen. Man kann es also deutlich sagen: Ohne Artenvielfalt keine Menschen.

Auch dieser Artikel könnte Sie interessieren: Der Koala gilt als praktisch ausgestorben

Wenn ein Natursystem kippt und mindestens dreiviertel der Arten in relativ kurzer Zeit aussterben nennen wir das ein Massenaussterben. Wir stehen gerade am Anfang so eines Massenaussterbens, befürchten viele Forschende. Wenn wir es nicht stoppen, könnte das auch das Ende unserer Zivilisation bedeuten.

In dem Buch "Über Leben: Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokrise überwinden" geht Dirk Steffens sehr intensiv auf das Thema Artensterben mitsamt aller Konsequenzen ein.

Wie versuchen sie andere Menschen für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren?

Meine Kollegen und ich versuchen zuerst von der Schönheit der Natur zu erzählen, um Begeisterung zu entfachen. Was uns begeistert, was wir lieben, das schützen wir auch. Und dann muss man für jeden die Zusammenhänge verständlich erklären. Sonst kann es passieren, dass manche die Klimakrise leugnen, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass wir eine menschengemachte Klimakrise haben.  Die Aufklärung ist also der zweite Schritt. 

Der 'Terra X'-Moderator erklärt, wie wir gemeinsam unsere Welt retten können

Worauf sind Sie besonders stolz und was möchten Sie auf jeden Fall noch erreichen? 

Ich möchte erreichen, dass die Menschen verstehen, dass die Klimakrise nur ein kleiner Teil eines insgesamt viel größeren Problems ist. Wir habe eine globale Ökokrise, besonders das Artensterben könnte uns schon sehr bald das Leben auf der Erde sehr schwer machen. Wir müssen die Dimensionen des Problems verstehen und das sehe als meine Mission als Journalist. 

Grund, stolz zu sein, habe ich also nicht, denn von diesem Ziel sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Was kann ich selbst tun, um unsere Umwelt zu schützen?

Im Grunde wissen wir alle, was zu tun ist. Aber wir haben Probleme, unser Wissen in Taten umzusetzen. So ähnlich wie es den meisten von uns geht, wenn sie sich vornehmen, mehr Sport zu treiben oder weniger Süßigkeiten zu essen. Wir wissen, das wäre richtig, aber wir sind inkonsequent. Die interessante Frage lautet deshalb: Wie kommt es, dass wir zwar wissen, dass wir kein billiges Fleisch im Supermarkt kaufen sollten, es aber trotzdem tun? Vielleicht helfen gute Berichte und solide Informationen, um unser Verhalten langsam zu ändern. Ich hoffe es zumindest.

„Wenn sehr viele Menschen möglichst viele richtige Entscheidungen treffen, die die Nachhaltigkeit betreffen, könnten wir gemeinsam die Welt verändern.“
Dirk Steffens

Es kann vielleicht helfen, sich darüber bewusst zu werden, dass jede und jeder von uns jeden Tag jede Menge Entscheidungen zum Thema Nachhaltigkeit trifft: Welches Fleisch kaufe ich, fahre ich mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Wir haben alle jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit, gute Entscheidungen zu treffen. Wenn sehr viele Menschen möglichst viele richtige Entscheidungen treffen, die die Nachhaltigkeit betreffen, könnten wir gemeinsam die Welt verändern.

Ich bin auch nicht perfekt und es geht auch nicht darum, zum Öko-Helden zu werden. Aber wir müssen uns wenigstens ein bisschen anstrengen. Also etwa nicht zwanghaft komplett auf Fleisch verzichten, aber den maßvollen, verantwortungsvollen Genuss. Es geht darum, unserem Leben eine Tendenz zum besseren zu geben

Sie haben gemeinsam mit Ihrer Frau die Biodiversity Foundation gegründet. Wie viel Arbeit landet bei Ihnen zu Hause am Abendbrottisch?

Die Ökologie und der Artenschutz sind zu einem Lebensinhalt geworden und der sitzt auch beim Frühstück und beim Abendbrot mit am Tisch. Das kann nicht wie ein klar definierter Job abgelegt werden, sobald man die Firma verlässt. Zudem arbeite ich viel von zu Hause, da sind die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem sehr fließend. 

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';