Star-Magier

Die 'Ehrlich Brothers': Darum wollten sie alles hinschmeißen

Im Interview verraten die 'Ehrlich Brothers', warum sie die Zauberei fast an den Nagel gehangen hätten.

Die Ehrlich Brothers auf der Bühne.
Seit 2000 sind die Brüder Andreas (l.) und Christian Ehrlich als die Zuaberkünstler die 'Ehrlich Brothers' unterwegs. Foto: IMAGO / Future Image

Es sind die magischen Hallen, in die gewöhnlich niemand einen Fuß setzen darf! Doch für 'das neue' machen die Ehrlich Brothers zum ersten Mal eine Ausnahme! Exklusiv zeigen uns Andreas (43) und Chris (39) ihre unglaubliche Zauberwerkstatt – und machen Schluss mit den Geheimnissen.Im ostwestfälischen Bünde (bei Bielefeld) liegt der wohl magischste Ort Deutschlands. Was von außen wie eine Lagerhalle aussieht, entpuppt sich im Inneren als ein riesiger Spielplatz für Männer. Auf gut 2.000 Quadratmetern haben sich die Ehrlich Brothers ein wahres Zauber-Paradies geschaffen. Für die Brüder ist die Halle über die vielen Jahre ein zweites Zuhause geworden – auch, weil ihr 2013 verstorbener Vater (er litt an chronischer Leukämie und einer Autoimmunerkrankung) dort so viel Zeit mit ihnen verbrachte.

"Dass hier alles so sortiert ist, haben wir auch Papa zu verdanken", erzählt Andreas. "Manchmal gehe ich abends ganz bewusst durch die Räume, um mich an ihn zu erinnern. Oft bleibe ich stehen und denke: 'Ach Mensch, hier haben wir gearbeitet bis tief in die Nacht!' Und hier haben wir ein Bier gemeinsam getrunken, als ein Trick doch geklappt hat." Papa Werner hat Chris und Andreas aber auch fürs wahre Leben viel mit auf den Weg gegeben: "Bodenständigkeit, Selbstvertrauen, Liebe und Sparsamkeit", sagt Chris. Und natürlich auch die Verrücktheit, mit der die Ehrlich Brothers uns alle faszinieren!

Sehen Sie hier die 'Ehrlich Brothers' bei 'Verstehen Sie Spaß' (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Das ist die liebste Illusion der 'Ehrlich Brothers'

Typisch Brüder! Bei den Ehrlich Brothers geht es nicht immer nur harmonisch zu. Im exklusiven Interview mit 'das neue' erzählen Andreas und Chris von dramatischen Unfällen, ihrer schwersten Entscheidung, die fast zum Karriere-Ende führte. Und sie verraten, dass es bei ihnen öfter mal ordentlich kracht ...

'Das Neue': Welche ist eigentlich eure liebste Illusion?

Andreas: Schwer zu sagen. Das ist, als würdest du mich nach meinem Lieblingskind fragen! Die großen Tricks sind natürlich spektakulär, aber ich mag auch sehr die kleinen und feinen. Unser Dank an Papa zum Beispiel. Oder Tricks mit Münzen. Es muss nicht immer riesengroß sein. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Herz berühren.

Chris: Meine liebsten Tricks sind die der alten Show für Papa. Die haben wir über 300 Mal aufgeführt, aber ich hatte nie das Gefühl, es berührt mich nicht. Jetzt gibt es eine Illusion für unsere Mama – das ist die wohl emotionalste. Und vielleicht deshalb auch meine liebste.

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'Ehrlich Brothers' "Wir streiten uns mindestens einmal am Tag!"

Worüber streitet ihr, was nervt euch aneinander?

Andreas: Wir streiten uns mindestens einmal am Tag! Vor allem darüber, dass Chris ständig weg ist. Er hat eine unglaubliche Ruhe, was Pünktlichkeit angeht. Ich stehe da und weiß, in fünf Minuten fängt die Show an, und wer ist nicht ‚ da? Mein Bruder! Das ist immer so. Auf den allerletzten Drücker taucht er dann auf. Und grinst!

Chris: Aber ich komme nie zu spät.

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Andreas: Aber immer fast. Und das zerrt schon an meinen Nerven. Obwohl ich mich inzwischen daran gewöhnt habe.

Chris: Ansonsten streiten wir oft über Geld. Ich halte die LED-Lichter an unserem Trick 'Girl you shot me down' für wahnsinnig wichtig. Egal, was die kosten. Andreas ist da nicht immer meiner Meinung ...

Andreas: Weil es wahnsinnig teuer war! Im Vorfeld sehe ich das nicht. Aber jetzt im Nachhinein muss ich sagen: Du hattest recht!

Die 'Ehrlich Brothers' wollten mit dem Zaubern aufhören

Gab es mal den Punkt, an dem ihr aufhören wolltet?

Andreas: Mit dem Bruder oder mit der Zauberei?

Chris: Im Ernst: Vor unserer allerersten Tour. Da waren wir noch gar nicht bekannt. Da wollten wir nicht mit Zauberei aufhören, aber alles hinschmeißen. Andreas kam damals – und das hätte ich nie von ihm gedacht – und fragte wirklich, ob wir das nicht lieber lassen wollen.

Andreas: Na wir sind damals mit fast einer halben Million Euro in Vorleistung gegangen – die wir nicht hatten. Ich weiß noch, wie wir damals alles auf eine Karte gesetzt haben, inklusive Hypothek aufs Haus.

Was war die schlimmste Verletzung in der Vorbereitung und in einer Show?

Chris: Etwas richtig Schlimmes ist bisher zum Glück noch nicht passiert. Aber fast! Einmal bin ich mit dem Motorrad aus unserem überdimensionalen Computer herausgefallen, anstatt zu fahren. Ich konnte rechtzeitig abspringen, sonst wäre die 300 Kilo schwere Maschine auf mir gelandet. Bei einer anderen Nummer setzt mein Bruder einen Damenschuh in Flammen und wirft ihn in ein Wasserbassin, das dann samt Schuh zu einem Eisklotz gefriert. Einmal hat er sich verschätzt, und plötzlich standen meine Haare in Flammen. Zum Glück ist nicht mehr passiert.

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