Liebenswert wird geladen...
ZDF-Frühling

Clelia Sarto: "Meine Tochter macht mich zu einem besseren Menschen"

Am Sonntag, 19.01.20, ist Clelia Sarto in der ZDF-Reihe 'Frühling' zu sehen. Im Liebenswert-Interview hat sie mit uns über ihre Hospitanz in einer Demenzeinrichtung und ihre Tochter gesprochen.

Clelia Sarto
Clelia Sarto ist mit Schauspieler Aleksandar Jovanovic verheiratet und hat mit ihm eine gemeinsame Tochter. Christian Marquardt / Kontributor / Getty Images

Für die Herzkino-Reihe 'Frühling' mit Simone Thomalla als Dorfhelferin Katja Baumann hat Schauspielerin Clelia Sarto im schönen Bayrischzell gedreht.

In 'Frühling – Genieße jeden Augenblick' spielt Clelia Sarto die Witwe Erika Brugger. Als sie nicht zur Beerdigung ihres Mannes erscheint, macht sich ihre Tochter Johanna (Emilia Bernsdorf) große Sorgen. Katja (Simone Thomalla) findet Erika an einer Bushaltestelle und merkt sofort, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Warum kann sie sich nicht an den Tod ihres Mannes erinnern? Schließlich erhält die Familie die niederschmetternde Diagnose, dass Erika an Alzheimer erkrankt ist. Wie werden sie damit umgehen?

Im Interview hat uns die Schauspielerin verraten, wie sie sich auf diese herausfordernde, spannende Rolle vorbereitet hat, was den Zuschauer erwartet und was sie ihrer eigenen Tochter mit auf den Weg geben möchte.

Lesen Sie auch: Alzheimer: So wird das Leben mit der Krankheit leichter

Clelia Sarto im Gespräch

Liebenswert: Sie haben für die ZDF-Reihe 'Frühling - Genieße jeden Augenblick' zusammen mit Simone Thomalla in Bayrischzell gedreht. Wie waren die Dreharbeiten für Sie?

Clelia Sarto: Die Dreharbeiten waren für mich wahnsinnig spannend, weil das Thema natürlich nicht so alltäglich ist. Simone Thomalla ist eine ganz tolle Kollegin und auch Bayrischzell ist ein wunderschöner Ort, an dem man gerne Zeit verbringt.

In 'Genieße jeden Augenblick' schlüpfen Sie in die Rolle von Erika Brugger. Diese hat kürzlich ihren Mann verloren, erinnert sich allerdings nicht mehr daran. Während zuerst alles auf eine Posttraumatische Belastungsstörung hindeutet, bestätigt sich schließlich, dass Erika an Alzheimer erkrankt ist. Was haben Sie gedacht, als Sie Ihr Rollenprofil gelesen haben?

Ich wünsche mir diese Art von Rollen immer sehr, weil sie nicht alltäglich sind. Glücklicherweise konnte ich mich lange auf meine Rolle vorbereiten. Das ist mir sehr wichtig und ich hatte noch keine richtige Vorstellung von der Krankheit. Ich muss meine Rolle fühlen können, daher habe ich mich lange mit dem Thema Alzheimer befasst, Artikel gelesen, Dokumentationen geschaut. Aber da mir die reine Theorie nicht gereicht hat, habe ich Kontakt zur Deutschen Alzheimer Gesellschaft aufgenommen und daraufhin durfte ich dann in der Berliner Tagespflege 'Die Aue' hospitieren.

Schauen Sie hier den Trailer zum Film: (Das Interview geht unter dem Artikel weiter)

"Der Pflegeberuf bekommt in unserer Gesellschaft leider viel zu wenig Anerkennung"

Was haben Sie in der Zeit dort erlebt und gelernt?

Ich konnte dort in einem mehrwöchigen Zeitraum den Tagesablauf in der Pflegeeinrichtung miterleben. Ich habe einen sehr guten Einblick davon bekommen, dass diese Krankheit so unglaublich viele Gesichter hat und bei jedem Patienten völlig unterschiedlich verläuft. Das hängt natürlich davon ab, wie stark sie ausgeprägt ist und in welchem Stadium sich der Erkrankte befindet. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es mehr als eine Vorbereitung für mich war. Das Erlebte hat mich sehr berührt. Die Menschen die dort arbeiten machen einfach einen unglaublichen Job und arbeiten mit so viel Liebe und Hingabe in einem Beruf, der leider in unserer Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung bekommt.

Was konnten Sie für Ihre Rolle mitnehmen?

Ich habe viele verschiedene Elemente der Krankheit kennengelernt und mir dann die Aspekte näher angeschaut, die für meine Rolle wichtig sind. Erika erkrankt im Film bereits sehr früh an Alzheimer, wir wollten jedoch einen Ausschnitt zeigen, in dem sie noch zugänglich ist. Jeder weiß, diese Krankheit ist nicht heilbar und früher oder später kommt eine Phase, die für die Angehörigen sehr schwer wird. Es war uns aber wichtig zu zeigen, dass es bis dahin möglich ist, noch eine ganze Weile gut als Familie zusammenzuleben. Wir wollten Hoffnung geben und zeigen, dass auch mit dieser schweren Krankheit ein gemeinsames Leben möglich ist.

Die Geschichte kann einem wirklich das Herz zerreißen, wenn man bedenkt, dass Erikas Tochter Johanna nicht nur ihren Vater verloren hat, sondern Stück für Stück auch ihre Mutter durch die Demenz verlieren wird. Sie haben auch eine Tochter. Wie nahe ist Ihnen dieses Szenario gegangen?

Meine Rolle Erika ist natürlich noch sehr jung. Die Anzahl der unter 65-jährigen Demenzkranken liegt irgendwo bei 0,1 Prozent in unserer Gesellschaft, das ist eine sehr kleine Zahl. Man kennt das von älteren Leuten, aber wenn dann ein deutlich jüngerer Mensch erkrankt, ist die Irritation natürlich umso größer. In den Szenen mit meiner Filmtochter Emilia Bernsdorf, musste ich gar nicht lange in Schubladen greifen, um an Emotionen zu kommen. Da musste ich natürlich sofort an mein eigenes Kind denken.

Können Sie schon verraten, ob es eine Art Happy End geben wird, sofern das überhaupt möglich ist?

Das kommt ganz darauf an, wie man sich ein Happy End vorstellt. Wenn die Liebe als solches, als unendliche und ewige Institution das Happy End ist, würde ich mit einem Ja antworten. Wenn es aber bedeutet, dass Erika Brugger geheilt wird, weil sich alles als schrecklicher Traum herausstellt, würde es bedeuten, dass es kein Happy End gibt. Im Film zeigt sich, dass die Liebe als ewige Verbindung über den Tod und alle Krankheiten hinausgeht. Das klingt für mich dann wie ein Happy End.

Auch interessant: Simone Thomalla: "Ich lehne mich gerne auch mal an"

"Das wahre Glück ist in vielen kleinen Sachen zu finden"

Was möchten Sie Ihrer Tochter unbedingt mit auf den Weg geben?

Ich wünsche mir für meine Tochter, dass sie immer ganz genau weiß, was sie sich wünscht und wer sie ist. Dass sie immer einen sehr guten Blick dafür hat, wer die Menschen sind, mit denen sie sich umgibt und immer liebevoll und friedlich mit sich und anderen Menschen umgeht. Außerdem wünsche ich mir, dass sie ihren Träumen nachgeht und versucht, nach bestem Wissen und Gewissen ihre Ziele zu verfolgen und dabei immer pur und wahrhaftig bleibt.

Wofür sind Sie Ihrer Tochter besonders dankbar in Ihrem Leben?

Kinder halten einem jeden Tag den Spiegel vor. Das finde ich wirklich toll! Ich stehe jeden Tag vor der Herausforderung, alle meine Gedanken, Vorstellungen und Meinungen zu überprüfen. Das ist ganz großartig und dafür bin ich meiner Tochter sehr dankbar. Sie macht mich einfach zu einem besseren Menschen.

Was macht das Leben für Sie liebenswert?

Für mich sind das die kleinen Dinge im Leben. Ich möchte meinen Blick für Kleinigkeiten offenhalten und einfach merken, wenn mir zum Beispiel jemand wohlgesonnen ist, es ehrlich mit mir meint oder mir offen zulächelt. Diese Kleinigkeiten haben nichts mit Geld oder Erfolg zu tun, weil diese eher den Blick vernebeln. Das wahre Glück ist in so vielen kleinen Sachen zu finden.

'Frühling - Genieße jeden Augenblick' läuft am Sonntag, 19.01.2020, um 20:15 Uhr im ZDF.

Das könnte Sie auch interessieren:

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';