Schauspielerin Claudia Wenzel: Dieser Wunsch blieb unerfüllt

TV-Star Claudia Wenzel über Wahrsager, eine weise Einsicht zum Thema Älterwerden und einen unerfüllten Wunsch.

Claudia Wenzel: Das ist ihr unerfüllter Wunsch
Claudia Wenzel ist seit Jahren erfolgreiche Schauspielerin.

Sie kann mehr spielen als das 'Biest' in der Sachsenklinik ('In aller Freundschaft'): In ihrem letzten Pilcher-Film 'Das Gespenst von Cassley' überzeugte Claudia Wenzel als feinfühlige, abergläubische Lady Susan. Mit Übersinnlichem kennt sie sich auch aus …

Haben Sie heute schon Ihr Horoskop gelesen?

Nein, noch nicht (lacht). Aber ab und zu lese ich mein Horoskop schon.

Was ist an Ihnen typisch für Ihr Sternzeichen Jungfrau?

Die Jungfrau ist sehr ordnungsliebend und hat viele Schächtelchen und Kartons, in denen sie alles aufbewahrt. Das trifft absolut auf mich zu – manchmal zum Leidwesen meines Mannes, weil ich mich von vielen Dingen nicht trennen kann (lacht). Dafür ist aber alles sortiert.

Mehr zum Thema Spiritualität gibt es bei uns auf der Website

Im Film legen Sie Tarot-Karten …

Ich habe mir für den Film extra noch mal das Tarot-Legen beibringen lassen. Seitdem lege ich mir ab und zu die Karten. Ich ziehe mir gerne mal eine Tageskarte, wie der Tag so wird. Vor Jahren habe ich mir das mal von einer Freundin abgeguckt. Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich mir Runen gelegt habe, Steine der Germanen mit Zeichen, die gedeutet werden.

Waren Sie mal beim Wahrsager?

Nein. Aber als mein Mann vor vielen Jahren ein ganzes Jahr lang in Afrika gedreht hat, war ich mal bei einem Hexen-Heiler in einem Dorf. Dort wurde mir mit Knochen-Werfen und anderen afrikanischen Ritualen die Zukunft gedeutet.

War das nicht unheimlich?

Das war schon sehr interessant und spannend. Ich bin für so etwas sehr offen, weil ich glaube, dass es irgendwas zwischen Himmel und Erde gibt, was wir alle nicht wissen. Vieles hat gestimmt, was der „Doktor“ über mich sagte. Das war beeindruckend, denn er kannte mich nun wirklich nicht. Wir kamen von weit her, waren an dem Tag auch erst angekündigt. Er konnte sich nicht vorab informieren. Das war schon gespenstig, was er so alles über mich wusste (lacht).

Traf eine Prophezeiung ein?

Nur so viel: Ich habe nach zwei bestimmten Sachen gefragt. Das eine ist auch wirklich so gekommen, wie ich es mir erhofft hatte und wie er es gedeutet hatte. Es war sehr beeindruckend und emotional, da hatte ich richtig Gänsehaut.

Im Film macht Ihnen ein leeres Haus Angst. Fühlen Sie sich manchmal einsam zu Hause?

Ab und zu genieße ich schon mal so eine Einsamkeit. Aber ich kenne auch das Gefühl, dass man vom Drehen nach Hause kommt und sich leer fühlt. Nach Theaterpremieren oder Abgedrehtem bin ich immer zwei, drei Tage ausgelaugt und frage mich: Wie geht es jetzt weiter? Als Schauspieler fällst du dann in ein kleines Loch.

Dieses Thema dürfte Sie ebenfalls interessieren: So tickt Rebecca Immanuel privat

Können Sie gut für sich sein?

Ja. Wenn mein Mann (Rüdiger Joswig) dreht, komme ich sehr gut mit mir alleine zurecht. Ich habe das erste Mal relativ jung geheiratet. Nach der Trennung habe ich dann sechs Jahre alleine gelebt, bevor ich mit Rüdiger zusammengezogen bin. Ich stelle fest, das ist eine gute Basis und Bereicherung für eine Beziehung.

Inwiefern?

Man weiß, dass man auch alleine gut zurechtkommt und ohne Partner leben könnte. Man klammert in bestimmten Situationen nicht zu sehr, lässt dem Partner Freiräume. Andererseits schätzt man umso mehr die Zweisamkeit, die Nähe und die Liebe.

Bedauern Sie, dass Ihre Ehe kinderlos geblieben ist?

Das hat einfach verschiedene Gründe gehabt, auch gesundheitliche. Ich bedauere es schon, weil ich immer sehr gerne Kinder gehabt hätte. Schon in meiner ersten Ehe, aber natürlich jetzt in meiner zweiten mit Rüdiger besonders.

Heißt das, Sie konnten leider keine Kinder bekommen?

Sagen wir so: Es sollte halt nicht sein. Ich habe mich jetzt damit abgefunden. Ich habe ganz viele süße Nichten und Neffen, für die ich die Patentante bin. Da Rüdiger auch vier Kinder hat und wir demzufolge eine Art Patchwork-Familie sind, vermisse ich nichts.

Susan ruht in sich. Haben Sie Ihren inneren Frieden gefunden?

Auf jeden Fall. Je älter ich werde, umso mehr habe ich eine innere Ruhe. Man schätzt, was man im Leben erreicht hat, ist stolz, was man sich aufgebaut hat.

Lesen Sie auch: Die Kunst des Loslassens

Was raten Sie Frauen, die nicht so gelassen älter werden?

Frauen sollten sich bewusst machen, was sie alles schon erreicht haben. Das vergessen immer viele. Manche verfallen mit Mitte 50 in Panik, das ist Quatsch! Das, was man bis dahin geschafft hat, etwa die Familie, die Kinder, der Freundeskreis, der Beruf, sollte man wertschätzen. Viele Frauen haben doch eine Wahnsinnsarbeit geleistet! Auch wenn sie „nur“ Kinder großgezogen haben und Hausfrau sind.

Welche Träume haben Sie noch?

Ich möchte mit meinem Mann noch viele schöne Reisen erleben, viele Feste mit all meinen Lieben feiern, tolle Rollen spielen – und mich in Ruhe in meiner Gartenlaube an die Töpferscheibe setzen (lacht).

Steckbrief von Claudia Wenzel

Geburtsdatum: 21. 9. 1959

Geburtsort: Wittenberg

Karriere: Auf die Schauspielausbildung in Leipzig folgen diverse Theater- und Serienrollen im TV (u.a. 'Dr. Stefan Frank', 'Sturm der Liebe'). Ob Bühne oder Film – Vielseitigkeit ist ihr wichtig: "Wir Schauspieler wollen eben die Prinzessin spielen, aber auch das Räubermädchen." Mit Kollege Rüdiger Joswig lebt sie in Berlin.

Auch Iris Berben blickt auf eine große Schauspielkarriere zurück. Wir haben fünf Fakten über die Grand Dame gesammelt: 

 
Kategorien:
Holen Sie sich jetzt
Ihr HEFT im Abo
curablu
Abonnieren Sie jetzt unsere Newsletter!
Liebenswert Shop
Beliebte Themen
Copyright 2019 liebenswert-magazin.de. All rights reserved.