Schädlingsbefall Borkenkäfer: So gefährlich ist er für unsere Wälder

Der Borkenkäferbefall in unseren Wäldern hat nach dem heißen Sommer 2018 nochmals zugenommen. Warum der Käfer so schädlich ist, verraten wir Ihnen hier. 

Borkenkäfer greifen vor allem Fichten an.
Steigen die Temperaturen über 16,5 Grad Celsius, sind die optimalen Bedingungen für den Borkenkäfer gegeben und seine Population wächst rasant.
Inhalt
  1. Monokulturwälder aus Fichten sind besonders gefährdet
  2. Wie schädigt der Borkenkäfer die Fichtenwälder?
  3. Wie erkenne ich einen Borkenkäferbefall im Wald?
  4. Was kann gegen den Befall getan werden?
 

Monokulturwälder aus Fichten sind besonders gefährdet

Experten zufolge ist für 2019 mit einem rasanten Anstieg des Borkenkäferbefalls zu rechnen. Die Hitzewelle im letzten Sommer, mit –  für in unseren Breitengeraden –  untypisch, lange andauernden Trockenperioden, hat nicht nur die Bäume sehr geschwächt, sondern auch die optimalen Bedingungen für Pflanzenschädlinge wie Insekten und Pilze geschaffen. Neben der Rußrindenkrankheit, die vorzugsweise Ahornbäume befällt, rückt auch der Borkenkäfer wieder auf den Plan. Der Pflanzenschädling bevorzugt Fichten für seine Brutstädte, stellt jedoch auch für Kiefern eine Gefahr dar. Geschwächte Bäume können dem Käfer bei einem starken Befall innerhalb mehrerer Wochen vollständig zum Opfer fallen, weshalb insbesondere Monokulturwälder in ihrer Existenz stark bedroht sind. 

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Wie schädigt der Borkenkäfer die Fichtenwälder?

Eigentlich spielt der bis zu neun Millimeter große Borkenkäfer eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von verrottenden Todholzbeständen. In warmen Jahren mit über 16,5 Grad Celsius von April bis Oktober, schafft der Borkenkäfer es allerdings, sich so rasch zu vermehren, dass er bis zu drei Populationen hervorbringt. Auf der Suche nach Brutraum bohrt sich der Schädling, meist der sogenannte Buchdrucker, vermehrt in den Stamm gesunder Fichten. Aufgrund der Trockenheit sondern diese nicht mehr genügend Harz ab, um die Eindringlinge zu verkleben und damit fernzuhalten. Die Junglarven fressen dann kleine Gänge unter der Rinde entlang und zerstören mit ihrem sogenannten Brutsystem die Nährstoff- und Wasserversorgung des Baumes. Ein starker Befall bringt den Baum schließlich zum Erliegen. Da die braun bis schwarz gefärbten Käfer in einem milden Winter nicht absterben und im Frühjahr wieder ausschwärmen, konnte sich die Population der Borkenkäfer in den letzten Jahren rasant erhöhen. Durch diese Überpopulation kommt es in der Waldwirtschaft zu großen wirtschaftlichen und ökologischen Problemen.  

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Wie erkenne ich einen Borkenkäferbefall im Wald?

Laut Hans Werner Schröck aus der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz ist ein Borkenkäferbefall im Wald relativ leicht zu erkennen. Als Indizien nennt er im Interview mit SWR Wissen, dass bei befallenen Bäumen die Krone erst rot und später grau werde oder die Rinde abfalle. Bei näherem Betrachten lassen sich auch die Ein- und Ausbohrlöcher im Stamm und an dickeren Ästen finden. Braunes Bohrmehl vor dem Stamm verrät den Schädling ebenfalls und spricht mit großer Sicherheit für einen Befall. Ist die Rinde bereits schadhaft oder abgefallen, zeichnen sich die Gänge des Borkenkäfers deutlich im Holz ab. 

Brutsystem eines Borkenkäfers
In dieser Fichte ist das Brutsystem des Borkenkäfers deutlich zu sehen. 
 

Was kann gegen den Befall getan werden?

Da sich der Borkenkäfer gerne in Tot-und Restholz aufhält und hier auch überwintert, sind Waldbesitzer dazu aufgerufen, die Reste aufzuarbeiten und aus dem Wald zu transportieren. Befallene Bäume müssen umgehend gefällt und aus dem Wald geschaffen werden, um die Ausbreitung zu verhindern. Forstbetriebe haben in vielen Bundesländern bereits die Möglichkeit, betroffene Bäume über eine App zu markieren und anschließend systematisch zu fällen. So auch der Forstbetrieb München, wie Spiegel Online berichtete. 
Während in Wirtschaftswäldern alles getan wird, um den Schaden durch den Borkenkäfer so gering wie möglich zu halten, ist der Käfer in einigen Nationalparks auch willkommen. Zoologe Sönke Twietmeyer erklärt gegenüber Spiegel Online, dass der Borkenkäfer den Nationalpark Eifel sogar in gewisser Weise unterstützt. Ziel ist es, den Nadelbaumbestand des Schutzgebietes, der bislang noch etwa die Hälfte einnehme, einzudämmen und Raum für mehr Buchen zu schaffen. 

In einer Sache sind sich die Experten jedoch einig: In der Waldwirtschaft muss die Entwicklung weg von Monokulturwäldern bis hin zu Mischbeständen vorangetrieben werden. Dies wird vielerorts schon getan, auch wenn es mit deutlich höheren Kosten verbunden ist. Dann kann der Borkenkäfer keine kompletten Bestände mehr ausradieren.   

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