Auf leisen Sohlen Barfußparks: So fördern sie die Gesundheit

Barfußparks sind ein beliebter Freizeittrend für die ganze Familie. Was daran so aufregend ist und wie es die Gesundheit fördert, zeigen wir hier.

Barfußparks: So fördern sie die Gesundheit
Im Barfußpark sind wir der Natur ganz nah - und das tut Körper und Geist gut.
Inhalt
  1. Die ersten Meter im Barfußpark sind ungewohnt
  2. Hier werden alle Sinne beansprucht
  3. Barfußparks sind eine Freude für Groß und Klein
  4. Umgeben von Eichen, Birken - und Elefanten?
  5. "Barfußlaufen macht glücklich"
  6. Hier finden Sie einen Barfußpark in Ihrer Nähe

Während alle am Strand liegen, starten wir an diesem heißen Morgen ein spezielles Sommervergnügen: Karin Nobbe wartet am Eingang des Barfußparks Egestorf in Niedersachsen. Mit der Barfußführerin wollen wir heute "unsere Sinne öffnen und die Natur erleben" - so jedenfalls das Motto des Parks. Alles, was wir dafür tun müssen, ist, unsere Schuhe auszuziehen. Gesagt, getan: Bevor wir uns zu viele Gedanken über Stationen wie "Splitt" oder "Moor" machen kann, startet unsere Führung auch schon.

 

Die ersten Meter im Barfußpark sind ungewohnt

Die ersten Meter ohne die gewohnte Schuhsohle fühlen sich seltsam an. Anfangs laufen wir unsicher über den kühlen Rindenmulch, mit dem alle Wege ausgelegt sind. Aber nach ein paar Schritten merken wir: Das ist richtig angenehm! Die kleinen Holzteilchen wirken wie eine sanfte Fußsohlenmassage. Jetzt sind wir an der ersten richtigen Station angekommen - die ist eine Herausforderung. Bis zu den Knien waten wir durch eiskaltes Wasser. Zweimal im Kreis. Mit jedem Schritt wird der Kopf freier. "Ja klar, das Wassertreten regt den Kreislauf an", erklärt Karin Nobbe. Nachdem wir auch noch über Rasengitter, Kiesel- und Granitsteine gelaufen sind, stellen wir fest, wie die verschiedenen Untergründe die Füße stimulieren. Sie sind gut durchblutet und warm. Und uns durchströmt ein lange nicht so empfundenes Wohlgefühl.

 

Hier werden alle Sinne beansprucht

Dass der Barfußpark tatsächlich etwas für alle Sinne ist, stellen wir an Station zwölf fest. Nicht nur der Tast- und Geruchssinn werden hier angesprochen, auch das Herz: Eine Kindergruppe greift neugierig in die Kästen, ertastet Tannenzapfen und Nüsse, schnuppert an unterschiedlichen Kräutern und staunt über die Cola-Pflanze, die tatsächlich so riecht wie das Getränk.

Schön, wie sich die Kleinen an der Natur erfreuen! Ihre Begeisterung wirkt ansteckend. Wie das duftet! Altbekannte Küchenkräuter wie Thymian, Rosmarin und Salbei nehmen wir auf einmal ganz anders wahr - vielleicht, weil wir uns hier die Zeit nehmen dürfen, innezuhalten.

 

Barfußparks sind eine Freude für Groß und Klein

Die nächste Station lässt das Kind ins uns jubeln, denn jetzt dürfen wir uns richtig dreckig machen. Wir spüren körnige, kühlende Moormasse zwischen den Zehen und können gar nicht mehr aufhören, uns über unsere schwarzen Füße zu freuen.

 

Umgeben von Eichen, Birken - und Elefanten?

Danach ist vor allem unsere Geschicklichkeit gefragt: Mit Karins Hilfe balancieren wir über ein gespanntes Seil. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit, die aber sehr viel Spaß macht. An Station 54 (!) können wir noch einmal unseren Tastsinn schärfen. Mit geschlossenen Augen befühlen wir verschiedene Bäume. Eiche, Birke und - ein Elefant?

Alle müssen herzhaft lachen. Karin findet das gar nicht so abwegig. "Das ist zwar eine Buche, aber ihre Rinde ist ähnlich schrumpelig." Nach zwei Stunden sind wir wieder am Ausgang. Als wir erschöpft, aber glücklich unsere Füße abspülen, wissen wir, dass wir barfuß einen ganz neuen Weg zu unserem Körper und der Seele gefunden habe.

 

"Barfußlaufen macht glücklich"

Was steckt hinter der Heilkraft des Barfußlaufens? Wir haben Dr. Patrik Reize, den ärztlichen Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Stuttgart gefragt.

Warum ist Barfußlaufen eigentlich so gesund?

Patrik Reize: Der Fuß steckt nicht in einengenden Schuhen. Stattdessen werden Bänder, Sehnen, Muskeln, Gelenke und Knochen auf natürliche Weise belastet. Barfußlaufen wirkt wie eine Fußreflexzonenmassage. Dabei werden Endorphine ausgeschüttet, was Stress abbaut.

Ist Barfußlaufen für jeden geeignet?

Patrik Reize: Wer das lange nicht getan hat, beginnt besser langsam damit. Bei offenen Wunden sollte man bis nach dem Abheilen warten. Auch bei schwerer Diabetes ist Vorsicht geboten, da die Betroffenen ein geringeres Schmerzempfinden haben.

Schuhe aus - empfehlen Sie das auch im Alltag oder nur in speziellen Parks?

Patrik Reize: Barfußlaufen ist immer gut, und zwar so oft es geht. Es ist eine ebenso gute Übung wie autogenes Training. Das kann man auch prima zu Hause machen, über den Rasen oder eine Wiese in der Nähe.

 

Hier finden Sie einen Barfußpark in Ihrer Nähe

Auf der Seite www.barfusspark.info finden Sie eine Übersicht über die schönsten Barfußparks in Deutschland, Österreich und anderen Ländern.

Und um die Füße nach einem Spaziergang durch den Barfußpark optimal zu pflegen, empfehlen wir ein Fußpeeling. Im Video zeigen wir die Anleitung für eine selbstgemachte Wohlfühlkur:

 

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Quelle: Bella

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