Interview Bailey – Ein Hund kehrt zurück: Hundeexperte Peter Herberth im Gespräch

Pünktlich zum Kinostart von 'Bailey – Ein Hund kehrt zurück' hat Liebenswert mit Hundeexperte Peter Herberth gesprochen. Er verrät seinen Eindruck vom Film und was ihm im Umgang mit Hunden wichtig ist. 

Bailey - Ein Hund kehrt zurück - Filmplakat
In 'Bailey - Ein Hund kehrt zurück' begibt sich Baileys Seele erneut auf eine spannende Reise durch viele Hundeleben.

Am 16. Juni ist Tag des Hundes*. Pünktlich zu diesem besonderen Tag für alle Hundeliebhaber, kommt am 13. Juni 2019 mit 'Bailey – Ein Hund kehrt zurück' der zweite Teil des beliebten Hundefilmes 'Bailey – Ein Freund fürs Leben' in die deutschen Kinos. 
In der Fortsetzung geht es für Hund Bailey wieder auf große Reise. Die Zuschauer des ersten Teils wissen bereits, dass Bailey nicht nur ein Hundeleben zur Verfügung hat, um seine Menschen zu beschützen. Seine Seele wandert von einem Hundeleben in das nächste und in jedem neuen Leben warten neue aufregende Herausforderungen und Begegnungen auf den Vierbeiner. In 'Bailey – Ein Hund kehrt zurück' erhält er jedoch eine ganz besondere Aufgabe von seinem Jungen Ethan (Dennis Quaid). Denn als Ethans Enkeltochter CJ eines Tages mit ihrer Mutter wegzieht, und spurlos aus Bailey Leben verschwindet, ist eines klar: Er muss seine geliebte Spielfreundin finden und auf sie aufpassen. Eine spannende Reise durch diverse Hundeleben beginnt…

Lesen Sie auch: Martin Rütter: So sehr litt er nach dem Tod von Hündin Mina

 

Interview mit Peter Herberth von BONZZA

Liebenswert: In 'Bailey – Ein Hund kehrt zurück' kehrt die Seele des Hundes Bailey immer wieder in neue Hundekörper zurück. Halten Sie eine solche Seelenwanderung für möglich?

Peter Herberth: Hallo und guten Tag zusammen. Ob so etwas möglich ist oder nicht, das weiß ich leider beim besten Willen nicht. Aber was ist schon unmöglich? Die Idee, dass unsere geliebten Hunde nicht für ewig von uns weg sind, wenn sie gestorben sind, finde ich sehr schön und sehr tröstlich. Es ist eine Vorstellung die uns hilft mit dem Verlust besser klar zu kommen, und das ist gut.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit mit Hunden am meisten?

Hunde sind - genau wie Menschen auch - wenn sie geboren sind gut und gutmütig. Falls sich das im Laufe der Zeit ändert, ist etwas schief gelaufen. Meistens mangelt es in solchen Fällen an ausreichenden Eindrücken, die früh genug, also im frühen Welpenalter (z.B. beim Züchter) ermöglicht werden müssen. Größere Versäumnisse sind hier meist nicht vollständig nachholbar. Aber auch hier kommt dann die unglaubliche Anpassungsfähigkeit und Gutmutigkeit der Hunde ins Spiel. In der Regel WOLLEN sie sich anpassen, lernen und dem Menschen gefallen. Sie spiegeln nichts Unwahres vor und sind somit immer klar, ehrlich und (meist) gutmütig in ihrer Kommunikation. Behandelst du einen Hund gut, hast du einen Freund fürs Leben - ohne wenn und aber :)

Wie sind Sie selbst auf den Hund gekommen?

Lange Geschichte, kurz erzählt: Als kleines Kind war unser Boxer mein Freund, ich liebte ihn sehr. Später im Jurastudium, habe ich den eigenen Hund immer mit in die Vorlesung genommen. Es fiel dort auf, dass er immer ohne Leine neben mir lief und völlig unproblematisch war, daher mochten ihn alle. Nach mehreren Anfragen, gründete ich eine kostenlose Studentengruppe, die sich mit ihren Hunden immer dienstags am frühen Abend auf der Hofgartenwiese in Bonn zum Training traf. Nach dem Studium (inzwischen hatte ich einen Leonberger-Rüden) übernahm ich ehrenamtlich das Training beim Deutschen Club für Leonberger Hunde. In den 90ern machte ich so ziemlich überall in Deutschland und vor allem der Schweiz Praktika, Ausbildungen und Nebenjobs in diesem Bereich. Als Resultat entwickelte ich zwischen 2002 und 2005 das 'DOGventure - Training', welches ich immer weiter entwickelte. 2005 kam dann endlich der Sprung in die Selbständigkeit, ich gründete die BONZZA - Hundeschule in Wesseling. 2007 bezogen wir das eigene Gelände, wo das heutige BONZZA - Ausbildungszentrum für Familienhunde entstand.

Im Film verheimlicht die junge CJ den kleinen Hundewelpen 'Molly' vor ihrer Mutter. Ist Kindern ein konsequenter Umgang mit einem jungen Hund überhaupt möglich?

Ja, ich konnte es. Aber sicherlich ist das nicht die Regel. Allein von Menschen, die selbst noch nicht erwachsen sind, lassen sich Hunde nur schwerlich gut anleiten. Wir würden ja auch keinen 14-Jährigen zum Bundeskanzler wählen, egal wie schlau er auch sein mag.

 

Peter Herberth: "Im Umgang mit Hunden sollten man seinen eigenen Instinkten vertrauen"

Was ist Ihnen im Umgang mit Hunden besonders wichtig?

Wir müssen lernen aus der rein beobachtenden, abwartenden Position herauszukommen. Als Fels in der Brandung müssen wir unsere Hunde anleiten, beschützen und Situationen ALS ERSTE bewerten und gestalten, bevor es der Hund tut. Das zeichnet einen guten Rudelführer aus. Abwarten ist etwas für Hilfsbremser. 

Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler, die in der Hundeerziehung gemacht werden?

Genau das eben Gesagte. Sinnvollerweise auch nicht 27 Quellen für Informationen bemühen, sondern am besten EINE, der man vertraut. Zudem sollte man immer auch sein Bauchgefühl zurate ziehen und seinen eigenen Instinkten vertrauen.

Welchen Tipp für die Hundeerziehung können Sie unserer Leserin mit auf den Weg geben?

Seinen sie charmant und ein bisschen arrogant (nicht so leicht zu kriegen) im Umgang mit ihrem Hund. Hunde möchten ihren Halter gerne wie ein Idol verehren... dazu müssen sie aber auch Gründe dafür finden :) Eine deutliche Unterscheidung zwischen zwei unterschiedlichen Stimmungen hilft dem Hund sehr: A.) Situationen, in denen sie etwas vom Hund verlangen oder eben B.) Situationen, in denen gerade nichts Besonderes verlangt wird. In der erstgenannten Situation sorgen sie für ruhige, konzentrierte Stimmung. In der zweiten Situation, in der gerade nichts anliegt, lassen sie eine entspanntere, ausgelassene oder spielerische Stimmung walten. Er muss dann immer wissen, welche Stimmung sie gerade vorgeben. 

Sehen Sie hier den Trailer zum neuen Kinofilm 'Bailey - Ein Hund kehrt zurück': (Das Interview geht unter dem Trailer weiter)

 

Sie sind bereits seit über 30 Jahren als Hundetrainer aktiv, was haben Sie von den Vierbeinern gelernt?

Oh, sehr viel. Aber besonders Situationen, Menschen und Hunde schnell und treffsicher einschätzen zu können. Den Moment zu genießen und nicht nachtragend zu sein.

Gab es schon mal einen Hund, an dem Sie verzweifelt sind?

Ja, ich hatte auch ein paar wenige Euthanasie-Fälle. Also Fälle, in denen der Hund behördlich angeordnet eingeschläfert werden musste, nachdem er einen Menschen getötet hatte und die Erfolgsaussichten im Training gegen Null gingen. Diese vergisst man nie. 

Im Film 'Bailey – Ein Hund kehrt zurück' arbeitet CJ zusammen mit ihrem Hund in einem Zentrum für Krebsforschung, in dem Hunde erlernen, Krebs zu erschnüffeln. Haben Sie davon schon gehört und was sagen Sie zu dieser tierischen Form der Krebserkennung?

Ja, mein Hannibal kann auch zuverlässig kranke Stellen am Körper finden. Ich habe das nicht ausgebildet, er konnte das einfach so. Ich finde das eine großartige Sache, wenn Hunde mit ihren unglaublichen Fähigkeiten dem Menschen helfen können, solange es ihnen dabei gut geht.

 

Peter Herberth:"Einige übersehen, dass es ein Hund und kein Mensch ist"

Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Umgang mit Hunden in den letzten Jahrzehnten verändert?

Vieles hat sich geändert. Gutes und weniger Gutes. Die Menschen haben mehr Hunde, sie wollen sich besser um sie kümmern und ihnen gerechter werden. Allerdings übersehen Einige dabei, dass es ein Hund ist und kein Mensch. Man muss nicht alles so sehr verkomplizieren. Oft ist die Lösung so einfach. Ein gewisses Überangebot im Umgang mit Hunden, will uns manchmal etwas anderes einreden. 

Was hebt Ihr Trainingskonzept von den Methoden anderer Hundetrainer ab?

Ach, wissen sie, viele Wege führen nach Rom. Es gibt nicht nur einen richtigen Weg. Aber es gibt Längere und Kürzere. Wichtig ist also, dass man ein sehr gutes Konzept hat, welches vom Hund einfach und leicht umzusetzen ist (auch ohne Futter als Lockmittel). Und da der Mensch nun mal von sich behauptet etwas intelligenter zu sein als der Hund, daher lernen bei uns die Menschen mehr und die Hunde müssen eigentlich nur Hund sein.

Eine englische Studie hat herausgefunden, dass Kinder ihren Haustieren oft näherstehen als ihren Geschwistern und auch im Film wird deutlich, wie viel Halt der Hundewelpe 'Molly' seiner CJ gibt. Warum fühlen sich Kinder, aber auch viele ältere Menschen, so verbunden mit ihrem Vierbeiner?

Ja, Kinder und ältere Menschen sind nicht so verklemmt und gehen etwas ungefilterter mit ihren Emotionen nach außen. Das lieben und verstehen Hunde besser, sie sind ja auch so. 

Was macht Ihr Leben liebenswert?

Meine Menschen und meine Hunde. Sie machen mich glücklich und damit ich sie. Das ist überhaupt die schönste und wertvollste Message aus dem Film: Lebe dein Leben glücklich und zeige das auch, damit machst du deinen Hund am glücklichsten. 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!

Sehr gerne, ebenfalls danke.

Peter Herberth und Hannibal
Immer an der Seite von Hundetrainer Peter Herberth ist sein Hund Hannibal. 
 

Peter Herberth: Ausbildungszentrum für Familienhunde mit eigenem Trainingskonzept

Unser Hundeexperte Peter Herberth ist bereits seit über 30 Jahren als Hundetrainer aktiv. Aufbauend auf seine langjährige Erfahrung im Erziehen und Trainieren von Hunden, sowie der intensiven Beschäftigung mit Verhaltensforschung an Wölfen und Hunden, hat er mit DOGventure® ein eigenes Trainingskonzept entwickelt. Im Zentrum dieser Methode steht eine, durch den Menschen angeleitete, harmonische Mensch-Hund-Beziehung. Sein Hundetraining eignet sich nicht nur zur ganzheitlichen Erziehung von Familienhunden, sondern auch zur Umerziehung schwer verhaltensauffälliger Hunde, die im BONZZA-Ausbildungszentrum in Köln eine zweite Chance erhalten. Peter Herberth bildet außerdem seit einigen Jahren Hundetrainer und Tiersitter nach seinem Konzept aus. Weitere Informationen zum Ausbildungskonzept von Peter Herberth finden Sie unter: www.bonzza.com

*Der am 16. Juni 2019 gefeierte 'Tag des Hundes' wird jedes Jahr im Juni bundesweit vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und seinen Mitgliedsvereinen initiiert. 

Das könnte Sie auch interessieren: 

Kategorien:
Komm in unsere Community!
Adventskalender 2019
Der Liebenswert- Adventskalender 2019
Abonnieren Sie jetzt unsere Newsletter!
Jahreshoroskop 2020
Ihr Jahreshoroskop 2020
Gesundes Wechselduschen
Sleepink LW
Natürlich gut einschlafen Dieser kleine Saft könnte endlich bei Schlafproblemen helfen
Sturm der Liebe
Hier gibt's alle Infos zu 'Sturm der Liebe'
Haustiere - Hund und Katze
Wir lieben unsere Haustiere
Hufeisen mit Kleeblatt
Unsere Gewinnspiele - viel Glück!
So bereiten Sie Lachs im Backofen zu.
So lecker! Unsere Lieblings-Rezepte
Beliebte Themen
Copyright 2019 liebenswert-magazin.de. All rights reserved.