Fundkitten Was zu tun ist, wenn man Katzenbabys findet

Was zu tun ist, wenn man Katzenbabys findet
Wer Katzenbabys findet, sollte überlegt handeln, denn: Nicht jeder Wurf im Freien ist mutterlos.
Inhalt
  1. Die Situation beobachten
  2. Sich selbst schützen
  3. Wichtig - die Katzenbaby warmhalten
  4. Hilfe holen oder selbst aktiv werden
  5. Sind die Katzenbabys gesund?
  6. Eigeninitiative - so ziehen Sie die Kätzchen auf
  7. Die Katzenbabys vermitteln

Wenn es neben Ihnen in der Hecke plötzlich miaut, schauen Sie vorsichtig nach: Möglicherweise finden Sie Katzenbabys. Wie Sie jetzt am besten vorgehen, damit es den Kleinen gut geht.

Besonders im Frühjahr und im Herbst ist die Wahrscheinlichkeit hoch, beim Spaziergang einen miauenden Fund zu machen: Zu dieser Zeit werden besonders viele Katzenjungen geboren. Nicht nur streunende Katzen bringen Ihre Jungen draußen zur Welt - auch Freigänger, die trächtig sind, sorgen zuweilen im Freien für ihren Nachwuchs. Als fürsorgliche Katzenmama ist das grundsätzlich auch kein Problem. Jedoch können plötzliche Kälte oder auch Gefahren durch Autos und andere Tiere den Kleinen und dem Muttertier zum Verhängnis werden. Wenn Sie im Park oder im Wald spazieren gehen, halten Sie deshalb Augen und Ohren offen! Und so sollten Sie vorgehen, wenn sie Katzenbabys finden:

 

Die Situation beobachten

Auch wenn Ihr Retterinstinkt vermutlich direkt Alarm schlägt und Sie zur Tat schreiten wollen - warten Sie aus sicherer Entfernung zunächst 15 Minuten, ob die Mutter der Jungkatzen wieder auftaucht. Möglicherweise ist sie gerade auf Futtersuche oder bereitet den Umzug ihrer Familie an einen sichereren, ruhigeren Ort vor. Und da Mütter grundsätzlich am besten wissen, was ihre Kinder brauchen, sollten Sie sich in diesem Fall nicht in die Erziehung einmischen. Ausnahme: Die Katzen befinden sich auf dem Seitenstreifen einer stark befahrenen Straße - dann ist ein Einschreiten durchaus sinnvoll, auch wenn die Mutter zurückkehrt. 

 

Sich selbst schützen

Freilaufende Katzen, egal ob im Baby-Alter oder ausgewachsen, können Krankheiten übertragen. So niedlich sie auch sein mögen - ein Katzenbiss kann für Sie zu einem Besuch in der Notaufnahme führen. Denn: Katzenbisse können sich schwer entzünden und sich zu einer sogenannten Phlegmone entwickeln, die schnellstmöglich mit Antibiotika oder schlimmstenfalls sogar operativ behandelt werden müssen. Mehr zum Thema Krankheiten durch Katzenbisse erfahren Sie im Video (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 

Die Katzenmama sollten Sie nach Möglichkeit gar nicht versuchen zu berühren - wenn sie bei ihren Jungen ist, wird sie alles daran setzen, diese auch vor Ihnen zu beschützen. Katzenbabys sind meist weniger angriffslustig, doch auch bei Ihnen sollten Sie vorsichtig sein. Wenn möglich, ziehen Sie sich Handschuhe über oder bedecken Ihre Hände mit einem Tuch oder Schal. 

 

Wichtig - die Katzenbaby warmhalten

Noch wichtiger als Futter oder Wasser ist für die Katzenjungen, dass ihre Körpertemperatur nicht zu niedrig ist. Das kann auch bei warmen Außentemperaturen der Fall sein, weshalb Sie sie schnellstmöglich vom kalten Boden aufheben und zum Beispiel auf Ihre Jacke oder in einen Karton legen sollten. Eine Unterkühlung erkennen Sie daran, dass sich die Pfotenballen und Ohren besonders kühl anfühlen. Das Magazin katzenwiewir.de rät außerdem, einen Finger an das Mäulchen zu legen und dort die Temperatur zu fühlen. Wichtig: Ein unterkühltes Katzenbaby darf niemals gefüttert werden! Der Körper des Kleinen müsste zu viel Energie aufwenden, die Nahrung zu verarbeiten - doch diese Energie wird vorrangig dafür gebraucht, den Körper auf Lebenstemperatur zu halten. Auch sollten Sie darauf achten, das Katzenjunge nur langsam  zu erwärmen - mit der starken Hitze einer Wärmflasche wäre der kleine Körper schnell überfordert. Am besten ist Ihre Körperwärme, da sie der Temperatur der Katzenmama ähnelt. Dafür wickeln Sie die Katzenkinder vorsichtig in ein Handtuch oder einen Schal und reiben sie sanft mit Ihren Händen warm.

 

Hilfe holen oder selbst aktiv werden

Um auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie den Fund der Katzenbabys umgehend dem Ordnungsamt melden. In den Nachtstunden ist die Polizei der richtige Ansprechpartner. Diese Meldung ist wichtig, da Sie so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass notwendige Tierarztbehandlungen in Folge des Fundes von der Gemeinde übernommen werden und nicht an Ihnen hängen bleiben. Außerdem kann es nicht schaden, einen örtlichen Tierschutzverein zu kontaktieren - denn wenn Sie nicht selbst für die Katzenjungen sorgen können, muss schließlich jemand gefunden werden, der sich der Aufgabe annimmt.

 

Sind die Katzenbabys gesund?

Den Gesundheitszustand der Jungen kann nur ein Tierarzt feststellen. Hier lohnt es sich, vorab bei einigen Tierärzten telefonisch das Anliegen mitzuteilen - möglicherweise finden Sie eine Arzt oder eine Ärztin, die Kontakte zu Pflegestellen für Fundtiere haben, wo die Katzenjungen unterkommen können. 

Die Tierärztin oder der Tierarzt verabreichen den Kleinen Flohmittel, stellen das Alter fest und geben damit wichtige Auskunft darüber, wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie die Katzenwelpen selbst aufziehen wollen.

 

Eigeninitiative - so ziehen Sie die Kätzchen auf

Falls Sie sich dazu entscheiden, die Katzenbabys selbst zu behalten und mit der Flasche aufzuziehen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass dies ein Fulltime-Job ist. 

Zunächst schaffen Sie ein gemütliches und sicheres Plätzchen für die Katzenjungen. Am besten dafür eignet sich eine Transportbox oder Plastikwanne, die Sie mit alten Handtüchern auslegen. 

Sind die Kätzchen jünger als vier Wochen müssen sie mit der Flasche gefüttert werden - sie vertragen noch kein Trocken- oder Nassfutter. Auch sind sie noch nicht dazu in der Lage, selbstständig Urin und Kot abzusondern. In der ersten und zweiten Lebenswoche werden Kätzchen alle zwei Stunden gefüttert, in der dritten Woche alle drei Stunden und in der vierten Woche alle vier Stunden. Nach jeder Mahlzeit müssen sanft die Bäuche der Jungen stimuliert werden, um den Urin- und Kotabsatz anzuregen.

Ab der fünften Lebenswoche werden die Katzenjungen langsam an Trocken- oder Nassfutter gewöhnt. Sie bekommen dennoch vorerst alle vier Stunden ein Fläschchen, jedoch zusätzlich ein wenig feste Nahrung, die den Kleinen in einem Napf zur Verfügung steht. 

Eine genaue Beschreibung zur Dosierung der Futtermengen hat das Magazin 'bottlekitten' hier zusammengestellt.

 

Die Katzenbabys vermitteln

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Aufzucht der Katzen selbst stemmen können, sollten Sie rechtzeitig bei örtlichen Tierschutzvereinen um Unterstützung bitten, sodass man die Kleinen dort schnellstmöglich unterbringen kann. Eine Weitervermittlung an Tierfreunde sollte mit viel Sorgfalt erfolgen: Geben Sie die Kätzchen nur an Fremde, wenn Sie sich sicher sind, dass dort gut für die Katzen gesorgt wird und die Entscheidung, ein Katzenbaby aufzunehmen, nicht aus einer Laune heraus entstanden ist. Gut geeignet sind meist Menschen, die bereits Erfahrung mit Katzen haben. Außerdem sollten Sie versuchen, die Katzengeschwister paarweise oder an jemanden zu vermitteln, der bereits eine Katze hat. Erfahrungsgemäß sind Katzen glücklicher und sozialer, wenn sie von klein an mit Artgenossen zusammenleben. Doch dies sind natürlich nur Empfehlungen - die Hauptsache ist, dass es den gefundenen Katzenbabys gutgeht und dank Ihrer Mithilfe haben Sie bereits einen großen Beitrag dazu geleistet.

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Kategorien:
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