Rauschen, Pfeifen, Piepen Tinnitus: Was tun gegen Ohrgeräusche?

Wir zeigen auf, was Sie gegen Tinnitus tun können.
Für manche Menschen fühlt es sich so an, als ob das Geräusch aus dem Kopf stammt, für andere, als würde es von außen kommen. Doch was lässt sich gegen Tinnitus tun?
Inhalt
  1. Wie das permanente Geräusch entsteht
  2. Im Akutfall sollten Sie schnell handeln
  3. Therapien, die chronische Tinnitus-Beschwerden lindern

Wenn sich ein Ton hartnäckig im Ohr festsetzt, ist das für Betroffene eine Qual. Das Geräusch tritt meist plötzlich auf – und bleibt oft lange. Wir sagen Ihnen, was Sie gegen Tinnitus tun können.

Rund zehn Millionen Deutsche hören es pfeifen, rauschen, piepen und knacken – zumindest vorübergehend. Bei jedem Dritten bleiben die lästigen Geräusche ein Leben lang bestehen. Das Angebot an Therapien ist mittlerweile so zahlreich wie die verschiedenen Ursachen für den Lärm. Doch welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll? Und wie kann es überhaupt passieren, dass wir Töne im Ohr hören?

 

Wie das permanente Geräusch entsteht

Eine Innenohr-Schädigung durch Lärm, Dauerstress oder eine Fehlstellung der Halswirbelsäule - für die unangenehmen Töne im Ohr kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Bei gesunden Menschen filtern das Hörsystem und das Gehirn unwichtige Geräusche heraus. Andernfalls würden wir nämlich alles um uns herum wahrnehmen und verarbeiten müssen.

Infolge kleinster Verletzungen der feinen Sinneshärchen im Ohrinneren, zum Beispiel durch Lärm, Mittelohrentzündungen oder einen Hörsturz, werden jedoch nicht mehr alle Töne zu unserem Besten gefiltert. Was bedeutet: Unser Gehirn ist schlichtweg überfordert.

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Leider bleibt dieser Prozess nicht ohne Folgen, weil wir uns dadurch nämlich immer mehr auf das Piepen oder Brummen konzentrieren. Und dann ist es sogar genau diese erhöhte Aufmerksamkeit, die den vermeintlichen Lärm noch lauter werden lässt und unsere Wahrnehmung auf die falsche Fährte lenkt – der Anfang eines Teufelskreises.

 

Im Akutfall sollten Sie schnell handeln

Treten ungewohnte Klänge im Ohr oder ein Taubheitsgefühl für länger als 24 Stunden auf, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen. Denn je schneller eine Therapie eingeleitet wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn der Spezialist eine Entzündung oder Infektion ausschließen kann, folgt in der Regel eine Tinnitus-Therapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten oder Kortison, das meist direkt ins Innenohr gespritzt wird.

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Die gute Nachricht: Ein erstmalig auftretender Tinnitus verschwindet bei der Mehrheit der Betroffenen entweder spontan oder infolge einer zeitnahen Behandlung wieder. Halten die Geräusche im Ohr – trotz Therapie – länger als drei Monate an, sprechen Mediziner von einem chronischen Tinnitus. Ab diesem Zeitraum wird das Ohrensausen wohl unser ständiger Begleiter bleiben, denn die Heilungschancen sinken rapide. Verschiedene Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Magnetstimulation, Sauerstofftherapie oder eine sogenannte akustische Neuromodulation versprechen jedoch eine wirksame Linderung der Beschwerden.

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Therapien, die chronische Tinnitus-Beschwerden lindern

Wichtig ist es, dass der Teufelskreis aus der Fokussierung auf das Ohrgeräusch unterbrochen wird. Denn der störende Ton führt auf Dauer vermehrt zu Stress und verstärkter Wahrnehmung. Bewährt hat sich insbesondere die sogenannte Retraining-Therapie (Kassenleistung auf Antrag). Sie kombiniert Entspannungsübungen, Hörtraining und gegebenenfalls Psychotherapie. Hat sie Erfolg, tritt der Tinnitus so weit in den Hintergrund, dass er im Alltag kaum noch bemerkt wird.

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Ein wichtiger Baustein ist die Geräusch-Ersatztherapie. Die Patienten lernen, über das unbedeutende Geräusch im Ohr hinwegzuhören. Auch moderate Bewegung an der frischen Luft, wie etwa die Radtour am Wochenende, sorgt für mehr Gelassenheit im Umgang mit den Ohrgeräuschen.

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