Steigerung um 26 Prozent Statistik zeigt: Immer mehr Patienten melden Behandlungsfehler

Laut einer Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) ist die Zahl der Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler im Jahr 2016 um 26 Prozent angestiegen.
Wer sich in die Hände von Ärzten begibt, verlässt sich auf deren Fachkenntnisse - doch wie eine Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, melden immer mehr Patienten eine vermeintlich falsche Behandlung.

Was für ein Horrorszenario: Wir müssen uns einer ohnehin schon unangenehmen Operation unterziehen und dann geht auch noch etwas schief - medizinisches Besteck wird im Körper eingeschlossen, ein Patient erleidet Hirnschäden wegen falscher Medikamente, und und und. Derartige Ärztefehler melden immer mehr Patienten in Deutschland.

Eine aktuelle Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) besagt, dass im Jahr 2016 die Zahl der Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler um 26 Prozent gestiegen ist. Von insgesamt 4.400 Fällen wurden allein 1372 im chirurgischen Bereich gemeldet, deutlich seltener scheinen derartige Fehler bei Zahnärzten (606 Fälle), Allgemeinmedizinern (382), Orthopäden (378), Gynäkologen (222) und Augenärzten (155) vorzukommen.

 

Wie schlecht ist unsere ärztliche Versorgung?

Doch was sagt das wirklich über die Qualität deutscher Ärzte und Kliniken aus: Müssen wir uns ernste Sorgen um unsere fachärztliche Betreuung machen? "Wir gehen fest davon aus, dass sich die Versorgung in den Krankenhäusern und Arztpraxen nicht in diesem Ausmaß verschlechtert hat", klärt der Medizinrechts-Experte Christian Soltau gegenüber der Funke Mediengruppe auf.

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Vielmehr seien Patienten einfach immer häufiger bereit, Behandlungsfehler zu melden, da sie bei diesem Prozess auch verstärkt von der Krankenkasse unterstützt würden - das habe mit dem neuen Patientenrechtegesetz zu tun, das gesetzliche Krankenkassen dazu verpflichtet. Im letzten Jahr habe allein die Techniker Krankenkasse rund 14 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für entstandene Folgekosten (zum Beispiel die Erstellung von Gutachten) zurückgefordert.

 

Ein langer Weg zum Schadensersatz

Doch auch wenn mögliche Behandlungsfehler gemeldet werden: Bis diese tatsächlich offiziell bestätigt werden und Schadensgeld gezahlt wird, können Jahre vergehen und mehrere Gutachten ins Land ziehen. Außerdem sind nicht alle Verdachtsfälle auch tatsächliche Ärztefehler, viele werden bereits schnell von den zuständigen Gutachtern als haltlos abgewiesen.

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Wer sich also im Recht sieht, braucht viel Ausdauer und darf sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass die Beweislast in jedem Verdachtsfall beim Patienten selbst liegt. Sie allein müssen begründen, welcher körperliche, seelische oder materielle Schaden Ihnen zugefügt wurde - und dass dieser eindeutig durch einen Behandlungs- oder Aufklärungsfehler verursacht wurde. Holen Sie deshalb auf jeden Fall juristischen Rat ein, wenn Sie betroffen sind, und holen auch den Rat Ihrer Krankenkasse ein.

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