Was Sie wissen sollten Protonenpumpenhemmer: Der gefährliche Teufelskreis der Magensäureblocker

Protonenpumpenhemmer: Der gefährliche Teufelskreis der Magensäureblocker
Protonenpumpenhemmer werden oft bei Magenproblemen wie Sodbrennen verschrieben. Sie stoppen die Magensäureproduktion.
Inhalt
  1. Viele Nebenwirkungen
  2. Schnelle Abhängigkeit
  3. Einnahme schleichend absetzen
  4. Beschwerden meist im Schlaf
  5. Wie Sie PPI sicher anwenden

Medikamente gegen Sodbrennen gibt es rezeptfrei in Apotheken. Warum die Selbstmedikation mit Protonenpumpenhemmer gefährlich werden kann und Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Grummelt oder drückt es kurz nach dem Essen immer wieder im Oberbauch, nehmen viele Menschen sorglos Medikamente ein. In Deutschland sind verschiedene Arten von Magensäureblockern, sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) auf dem Markt – die rezeptfrei in der Apotheke verkauft werden. Gegen Beschwerden wie Magengeschwüre und Sodbrennen wirken die Mittel sehr gut, da sie die Magensäurebildung fast vollständig hemmen. Doch die langfristige Einnahme kann sich schädlich auf den Körper auswirken. Wir verraten, was Sie über Protonenpumpenhemmer wissen sollten.

 

Viele Nebenwirkungen

Eine Einnahme von Magensäureblockern über Monate hinweg erhöht das Risiko für Knochenbrüche drastisch, fanden jetzt Wissenschaftler der Universität Hamburg heraus. Denn nur mithilfe von Magensäure können wir das knochenstärkende Mineral Kalzium überhaupt aus der Nahrung freisetzen und nutzen. Auch das lebenswichtige Spurenelement Magnesium kann erst durch die Magensäure im Körper aufgenommen und verarbeitet werden. Durch PPI entsteht schnell eine Unterversorgung, die Konzentrationsschwächen, Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen oder sogar Herzrhythmus-Störungen verursachen kann. Immer wieder wird auch über ein möglicherweise erhöhtes Demenz-Risiko spekuliert. Viele Menschen mit Verdauungsbeschwerden setzen sich diesen Gefahren sogar unnötig aus. So werden PPI oft auch bei Völlegefühl, Aufstoßen oder Reizmagen eingenommen, obwohl sie dagegen nicht wirken. Und das häufig sogar über einen Zeitraum von Monaten.

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Schnelle Abhängigkeit

Das Problem: Wer Magensäureblocker länger als vier Wochen lang einnimmt, kommt nur schwer wieder von ihnen los. Es ist der sogenannte Rebound-Effekt, der abhängig macht: Wenn die Säureausschüttung der Magenzellen wochenlang weitestgehend unterdrückt wird, schütten sie, sobald das Medikament ausbleibt, besonders viel Säure aus – und schon beginnen die Beschwerden erneut. Ein Teufelskreis entsteht.

Video: Was ist ein Reizmagen? (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

 
 

Einnahme schleichend absetzen

Magensäureblocker sollten also nicht gleich komplett abgesetzt werden. Nach einer Einnahme über Monate hinweg ist eine stetige Verringerung der Wirkstoffmenge sinnvoll. So sollte zunächst in der ersten Woche nur die Hälfte der Dosis eingenommen werden, danach das Medikament nur noch jeden zweiten Tag zum Einsatz kommen. Vermeiden Sie während des Absetzens zusätzliche Belastungen für die Verdauung. Stress schlägt ebenso auf den Magen wie Kaffee, Alkohol, Schokolade oder Kohlensäure. Die Nahrung sollte während des Absetzens der PPI immer gut gekaut werden, damit dem Magen die Arbeit bei der Verdauung erleichtert wird.

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Beschwerden meist im Schlaf

Im Liegen befinden sich Magen und Speiseröhre auf einer Höhe. So kann Magensäure während der Nachtruhe besonders leicht zurückfließen und dabei Sodbrennen verursachen. Ein beim Schlafen erhöhter Oberkörper lindert die Beschwerden meist. Legen Sie daher am besten ein weiteres, großes Kissen unter Kopf und Nacken.

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Wie Sie PPI sicher anwenden

Bei wiederkehrendem Sodbrennen oder Akutbehandlung eines Magengeschwürs lindern Protonenpumpenhemmer (PPI) den Leidensdruck. Die Einnahme sollte immer in ärztlicher Rücksprache erfolgen. Dazu kann das Verabreichen von Magnesium- und Kalziumpräparaten sinnvoll sein.

Quelle: Das neue

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