Violettes Wunder Lavendelöl und Co.: Multitalente für die Gesundheit

Lavendelöl und Co.: Multitalente für die Gesundheit
Inhalt
  1. Wie der zarte Duft uns in den Schlaf wiegt
  2. Warum das Gehirn Lavendelöl liebt
  3. Migräne lindern und Wunden heilen
  4. Wie Lavendelöl im Notfall hilft
  5. Lavendelöl gegen Nagelpilz einsetzen
  6. Die besten Haushaltstipps mit Lavendel

Lavendelöl für ruhigen Schlaf, starke Nerven und Gelassenheit – kaum eine andere Pflanze schenkt uns so viel Wohlgefühl wie der duftende Lavendel.

Lavendel ist eine hochwirksame Medizinpflanze und besonders Lavendelöl kommt in der Naturheilkunde häufig zum Einsatz. Das konnte Anfang des 20. Jahrhunderts auch der französische Chemiker René Gattefossé nachweisen: 1910 hatte er sich bei einer Explosion in seinem Labor schwere Verbrennungen zugezogen. Gattefossé, der aus einer Familie von Parfümeuren stammte, hatte von den Lavendelbauern der Provence viel über die Heilkraft ätherischer Öle gelernt. Das kam ihm jetzt zugute: Als es in seinen Brandwunden zu Infektionen kam, strich er Lavendelöl darauf. Bereits nach kurzer Zeit beobachtete er, wie es den Wundbrand stoppte. Fasziniert führte er weitere Studien durch – und wurde damit zum Urvater der Aromatherapie: der Anwendung von ätherischen Ölen zur Linderung von Krankheiten und zur Steigerung des Wohlbefindens. Und für beides hat das Multitalent Lavendel einiges zu bieten:

 

Wie der zarte Duft uns in den Schlaf wiegt

So zeigen Messungen von Gehirnströmen, dass die Bäuerinnen der Provence sich nicht umsonst seit Jahrhunderten Duftsäckchen unters Kopfkissen legten. Lavendel-Aroma erhöht im Gehirn die Aktivität der Alphawellen – was typisch ist für einen entspannten, gelösten Zustand. Für alle, die oft wach liegen, ist Lavendel daher ein ideales Schlafmittel. Das belegt auch eine Studie aus Taiwan: Bei Personen, die über zwölf Wochen zweimal pro Woche mit Lavendel inhalierten, besserten sich Dauer und Qualität des Schlafes. Für die Anwendung zu Hause ein Duftsäckchen (s. rechts) unters Kopfkissen legen oder einige Tropfen Lavendelöl darauf geben. Noch gezielter hilft ein Präparat (z. B. Lasea®, Apotheke), das aus Arznei-Lavendel gewonnen wird.

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Warum das Gehirn Lavendelöl liebt

Lavendelöl kann uns mit seinen Inhaltsstoffen Linalool und Linalylacetat nicht nur beruhigen, sondern nachweislich auch Angst lösen. Denn er wirkt der Übererregung von Nervenzellen entgegen, indem er die für die Reizwahrnehmung und -verarbeitung zuständigen Botenstoffe wieder in Balance bringt. Und das mit erstaunlichen Ergebnissen: Gleich drei klinische Studien konnten belegen, dass ein Lavendelöl-Präparat bei Angststörungen ebenso gut wirkte wie ein angstlösendes Psychopharmakon. Es traten auch keine der üblichen Nebenwirkungen wie etwa Müdigkeit auf.

 Video: So helfen ätherische Öle dem Wohlbefinden

 
 

Migräne lindern und Wunden heilen

Kaum überrascht dann noch, dass das violette Gesundheits- und Duft-Wunder auch Schmerzen effektiv lindern kann: Bei einer Untersuchung deutscher und iranischer Forscher sollten Migräne-Patienten bei den ersten Anzeichen einer Kopfschmerz-Attacke zwei bis drei Tropfen Lavendelöl auf ihrer Oberlippe verreiben und den Duft 15 Minuten inhalieren. Das erstaunliche Ergebnis: Die Beschwerden waren bei fast 80 Prozent der Testpersonen deutlich abgemildert. Das ätherische Öl ist also ein hochwirksames Heilmittel – und sollte daher auch entsprechend behandelt werden. Daher gilt: Immer sparsam und nicht bei Kleinkindern oder Babys anwenden, niemals in Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten kommen lassen. Eine innerliche Anwendung sollte außerdem grundsätzlich mit einem Facharzt abgesprochen werden.

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Wie Lavendelöl im Notfall hilft

Auch in Krankenhäusern (etwa im Klinikum München-Neuperlach) findet das Heilkraut immer öfter Verwendung. Dort werden zum Beispiel Blutergüsse damit eingerieben, was schmerzlindernd wirkt und die Einblutung auflöst. Auch bei Abschürfungen, Brandwunden und Operationsnarben kommt Lavendelöl zum Einsatz. Wichtig dabei: Nur gute Qualität verwenden. Billige Öle sind meist künstlich oder mit sogenanntem Lavandin verschnitten, das die Haut reizen kann.

 

Lavendelöl gegen Nagelpilz einsetzen

Auch, wer unter hartnäckigem Nagelpilz leidet, sollte es einmal mit ein paar Tropfen Lavendelöl probieren. Dabei wird der befallene Nagel direkt mit dem hochwirksamen ätherischen Öl betupft. Eine Studie aus Portugal zeigt: Bereits in geringen Konzentrationen werden verschiedene Hefe- und Fadenpilze zuverlässig abgetötet.

 

Die besten Haushaltstipps mit Lavendel

Balsam für Nerven, Haut & Co.: So können Sie Lavendel ganz einfach im Alltag nutzen:

Warmes Vollbad beruhigt die Nerven

Als Badezusatz lockern Lavendelblüten verspannte Muskeln, lindern Hautreizungen und beruhigen die Nerven. Für ein Heilbad 60 Gramm frische oder getrocknete Lavendelblüten (aus der Apotheke) mit einem Liter Wasser überbrühen. Fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Sud in das nicht zu heiße Badewasser (maximal 38 Grad) geben und circa 20 Minuten lang darin baden.

Duftsäckchen fördert den Schlaf

Besser als Schäfchenzählen: einfach ein Duftsäckchen mit Lavendel unter dem Kopfkissen platzieren. So kann der zarte Duft unsere Gehirnwellen in den Entspannungsmodus bringen und optimal auf eine erholsame Nachtruhe vorbereiten. Für das Säckchen ein längliches Stück Baumwollstoff zuschneiden und mittig falten, drei aufeinanderliegende Kanten festnähen. Säckchen auf rechts drehen, eine Handvoll Lavendelblüten einfüllen, mit einem Band verschließen.

Lavendel-Maske für schönere Haut

Das duftende Allroundtalent eignet sich auch für die Pflege sensibler oder unreiner Haut. Denn seine Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, stimulieren das Zellwachstum und verfeinern die Poren. Das Rezept: Reichlich Feuchtigkeitscreme im Gesicht verteilen, zwei Teelöffel Lavendelblüten (frisch oder getrocknet) zerreiben und auf der Creme verteilen. Nach 20 Minuten abnehmen.

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