Beziehungsfrust Keine Lust auf Sex: Was Paare im Alter tun können

Keine Lust auf Sex: Was Paare im Alter tun können
Erotische Momente sind auch im mittleren und höheren Alter wichtig – verschiedene Faktoren können in dieser Lebensphase jedoch dazu führen, oft keine Lust auf Sex zu haben.
Inhalt
  1. Bei Frauen können die Wechseljahre Lustlosigkeit auslösen
  2. Hormonumstellung beim Mann begünstigt sexuelle Unlust
  3. Keine Lust auf Sex wegen gesundheitlicher Probleme
  4. Die Kinder sind aus dem Haus – was nun?
  5. Was das Ende der Berufstätigkeit bedeuten kann

Auch im Alter spielt Sexualität eine große Rolle. Viele Paare klagen allerdings darüber, häufig keine Lust auf Sex zu haben. Was in diesen Fällen hilft.

Die Art der Zärtlichkeit wandelt sich zwar mit den Jahren, aber sie bleibt auch im Alter ebenso vielschichtig und individuell, wie bei jungen Menschen. Allerdings gibt es Faktoren, die die Lust im Alter deutlich abschwächen können. Die Sexual-Therapeutin Gabriele Aigner gibt Tipps, wie Paare damit besser umgehen können.

 

Bei Frauen können die Wechseljahre Lustlosigkeit auslösen

Zu Beginn der Wechseljahre nimmt die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen ab. Neben Lustlosigkeit treten häufig Hitzewallungen und Schlafstörungen auf. In schweren Fällen kann nach ärztlicher Rücksprache eine Hormon-Ersatztherapie helfen.

 

Hormonumstellung beim Mann begünstigt sexuelle Unlust

Auch bei Männern findet eine Hormonumstellung statt: ab der sogenannten Andropause (ab etwa 40 bis 50 Jahren) wird weniger Testosteron produziert. Das führt oft zu Erektionsproblemen. Sowohl dagegen als auch gegen Lustlosigkeit bei Frauen helfen Sport, gesunde Ernährung und Stressreduktion. Das hält den Stoffwechsel aktiv und regt die Hormonproduktion an.

Video: Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung

 
 

Keine Lust auf Sex wegen gesundheitlicher Probleme

Schmerzen (zum Beispiel aufgrund verminderter Scheidenfeuchtigkeit durch die Wechseljahre) oder die Angst davor können das Liebesleben beeinträchtigen. Aber: Sex zu vermeiden, weil es irgendwann mal wehgetan hat, wäre falsch.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner offen darüber. Dafür sollten Sie den perfekten Rahmen schaffen, etwa bei einem netten Abendessen in den eigenen vier Wänden. Kündigen Sie das Gespräch über Sex morgens an, damit sich Ihr Partner darauf einstellen kann.

 

Die Kinder sind aus dem Haus – was nun?

Wenn die Kinder ausziehen, stellen sich viele die Frage: „Gibt es uns als Paar überhaupt noch?“ Denn in den letzten 20 Jahren standen andere Dinge im Vordergrund, wie Erziehung, Schule, Karriere, Geld, Hausbau. Es ist häufig ein langer Prozess, wieder bzw. neu zueinanderzufinden. Hier können Paartherapeuten eine Schlüsselrolle spielen. Im Dreiergespräch ergeben sich oft ganz neue Perspektiven.

 

Was das Ende der Berufstätigkeit bedeuten kann

Viele von uns definieren sich über ihren Beruf. Wer in Rente geht, hat häufig das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden – das nagt am Selbstbewusstsein. Fühlen wir uns dann im eigenen Körper nicht wohl, macht Sex deutlich weniger Spaß und die Lust wird gedämpft. Tipp: Suchen Sie sich, am besten bereits vor Renten-Antritt, eine sinnvolle Tätigkeit. Ob ein Ehrenamt oder eine beratende Funktion, so können Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken und die intimen Stunden mit Ihrem Partner wieder genießen.

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