Familientragödie Internetmobbing-Opfer: Selbstmord vor den Augen der Eltern

Die 18-jährige Brandy Vela aus Texas erschoss sich vor den Augen ihrer Eltern, nachdem sie Opfer von Internetmobbing geworden war.
Sie konnte den Schmerz nicht länger ertragen: Die 18-jährige Brandy Vela aus Texas erschoss sich vor den Augen ihrer Eltern, nachdem sie Opfer von Internetmobbing geworden war.
Inhalt
  1. Keiner konnte Brandy mehr helfen
  2. So gemein wurde sie im Internet gemobbt
  3. Auch ihre Familie war machtlos
  4. Jetzt kämpft ihr Vater für mehr Gerechtigkeit
  5. Berührende letzte Worte

Das eigene Kind zu verlieren ist ein Schicksal, das Eltern nur schwer verarbeiten können - umso mehr, wenn die so geliebte Person sich selbst das Leben nimmt und erst 18 Jahre alt war. Die Angehörigen der US-amerikanischen Schülerin Brandy Vela mussten diese Tragödie mit eigenen Augen miterleben, nachdem ihr Kind wegen schwerem Internetmobbing den Freitod gewählt hatte ...

 

Keiner konnte Brandy mehr helfen

In Ihrem Zuhause in Texas schoss sich Brandy selbst in die Brust, während ihre Eltern noch versuchten hatten, sie davon abzuhalten. "Wir wollten sie dazu überreden, die Waffe runterzunehmen - doch sie war fest entschlossen", erklärte ihr Vater Raul Vela hinterher gegenüber dem lokalen Nachrichtensender KHOU.

"Sie sagte, sie sei schon zu weit gegangen, um noch einen Rückzieher zu machen. Es war schlimm das mitanzusehen. Es ist einfach furchtbar, wenn dich deine Tochter darum bittet, dich umzudrehen. Du fühlst dich absolut hilflos."

Nach dem fatalen Schuss wurde das Mädchen ins Krankenhaus gebracht, doch die Ärzte konnten nichts mehr für sie tun. Sie erlag dort ihren schweren Verletzungen. Welche seelischen Qualen hatte Brandy zuvor erleiden müssen, um ein solches Schicksal für sich zu wählen?

 

So gemein wurde sie im Internet gemobbt

Bereits seit Monaten hatte die 18-Jährige unter heftigem Mobbing im Internet, auch Cybermobbing genannt, gelitten: Im April hatten unbekannte Mitschüler mit Fotos von ihr gefälschte Online-Profile auf Dating-Portalen angelegt und sich als Brandy ausgegeben. Mit diesen Fake-Profilen taten sie dann so, als würde sich das Mädchen kostenlos für Sex anbieten.

Auch bei Facebook legten sie falsche Profile an und mobbten Brandy mit beleidigenden Nachrichten. Nach schikanierenden Anrufen änderte sie schließlich ihre Telefonnummer, wie die New York Post berichtet. Sie ging auch zur Polizei - doch das Mobbing hörte nicht auf. Brandys Schwester Jackie Vela erzählte gegenüber CNN: "Die Polizei konnte einfach nichts dagegen tun, denn die Täter nutzten eine spezielle App, die sich nicht zurückverfolgen lässt."

 

Auch ihre Familie war machtlos

Wie ihre Verwandten angeben, litt Brandy monatelang unter diesem Mobbing. Ihren Eltern hatte sie sich regelmäßig anvertraut - doch anscheinend sah die Schülerin trotzdem keinen Ausweg mehr. Zuvor war sie bereits jahrelang wegen ihres Gewichts gemobbt worden. "Dabei war sie wunderschön", sagt ihre Schwester. "Sie war so schön - das einzige, das andere finden konnten, um sie zu schikanieren, war ihr Gewicht."

Dass sie eigentlich ein von vielen geliebtes Mädchen war zeigt aber die Betroffenheit jener, die sich wenige Tage nach Ihrem Selbstmord vor ihrer Schule versammelten: Mehr als 200 Menschen hatten sich zu einer Mahnwache an der Texas City High School eingefunden und zündeten Kerzen an, um ihre Anteilnahme zu zeigen und die Eltern der Schülerin zu unterstützen.

 

Jetzt kämpft ihr Vater für mehr Gerechtigkeit

Vater Raul kämpft währenddessen dafür, dass Internetmobbing stärker verfolgt und bestraft wird - damit der Tod seiner geliebten Tochter wenigstens für andere noch etwas Gutes bewirken kann und sie nicht umsonst starb. "Ich weiß, dass Menschen für mich beten", sagte er dem lokalen Nachrichtensender KHOU. "Ich fühle mich deshalb sehr gesegnet. Doch ich werde nicht aufgeben. Hoffentlich können wir dank Brandy den Umgang mit Mobbing verändern."

Sein Ziel hat er dabei klar vor Augen: "Ich will, dass die Täter eingesperrt werden. Ich hoffe sie bekommen, was sie verdienen - denn ich habe das hier nicht verdient."

Auch Brandys Freunde sind bestürzt und wollen anderen die Augen darüber öffnen, wie schlimm diese Form von Mobbing wirklich ist: "Es ist alles andere als lustig", erklärt Dylan Alvarado. "Es ist absolut kein Scherz - das ist das echte Leben. Warum sollte man soetwas jemandem antun?"

Die Bestürzung über dieses schlimme Verbrechen und die tiefe Trauer darüber, dass ein geliebter Mensch von ihnen gegangen ist, zeigen Freunde und Bekannte außerdem mit bewegenden Botschaften an Brandy. Ihr Zimmer ist mit bunten Klebezettel-Notizen geschmückt, die ihre Anteilnahme zeigen. Auf einem davon steht geschrieben: "Dir wird immer ein Teil meines Herzens gehören." Ein anderer verspricht: "Wir werden dich niemals vergessen."

 

Berührende letzte Worte

Bereits vor ihrem Selbstmord hatte Brandy ihrer Schwester eine emotionale Nachricht geschickt, die sie schlimmes ahnen ließ. In den Abschiedsworten des Mädchens heißt es: "Ich liebe dich so sehr, bitte vergiss das nie. Mir tut alles schrecklich Leid." Wie tragisch, dass sich die Befürchtungen von Schwester Jackie tatsächlich bewahrheiteten. 

Wer genau die Täter sind, die Brandy in den Selbstmord trieben, konnte die örtliche Polizei leider nocht nicht feststellen. Ihr Tod wird aber jetzt als Internetmobbing-Verbrechen weiter untersucht und es bleibt zu hoffen, dass sich ein solches Schicksal nicht wiederholen wird.

Sollten auch Sie schwierige Zeiten durchmachen oder sich manchmal ein wenig hoffnungslos fühlen, kann Sie dieses Video vielleicht ein wenig aufheitern:

 
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