Für den Notfall Hausnotruf und Co.: So können Sie vorsorgen

Hausnotruf und Co.: So können Sie vorsorgen
Ein Hausnotruf kann mithilfe eines tragbaren Knopfes an den Rettungsdienst gesendet werden.
Inhalt
  1. So funktioniert der Hausnotruf
  2. SOS-Apps fürs Smartphone
  3. Wie Sie noch mehr Sicherheit in das Zuhause Ihrer Liebsten bringen
  4. Gut zu wissen: Zuschuss der Krankenkassen für Pflegehilfsmittel

Eine Vorrichtung für Hausnotrufe macht die vier Wände der Lieben sicher, sodass im Notfall schnell Hilfe vor Ort ist.

Beunruhigend, aber wahr: Von den über 65-Jährigen stürzt statistisch gesehen jeder Dritte einmal im Jahr. Besonders viele Unfälle passieren im eigenen Zuhause. "Dabei kann man Stolperfallen und andere Ecken mit Unfallpotenzial durch ein paar Handgriffe ganz einfach beseitigen und so das Leben um einiges erleichtern", weiß Matthias Krause, Leiter des Johanniter-Service-Centers Hessen im Bereich Hausnotruf. Unsere Lieben sollen schließlich so lange wie möglich einen selbstbestimmten Alltag führen können, und zwar zu Hause! Unterstützung bekommt man dabei zum Beispiel von Pflegediensten wie DRK, den Johannitern oder Maltesern. "Außerdem helfen die örtlichen Gemeinden sowie die Krankenkassen bei der Wohnraumveränderung – auch finanziell", sagt Krause. Je nach Pflegegrad sind Zuschüsse in Höhe von bis zu 3000 Euro möglich.

Für den Fall, dass aber doch etwas passiert, gibt es den Haus- und Mobilnotruf. Wie der funktioniert und was das kostet, lesen Sie hier.

 

So funktioniert der Hausnotruf

Das Hausnotrufsystem (ab circa 18 Euro pro Monat) beinhaltet einen Knopf, den unsere Lieben am Handgelenk tragen. Im Notfall wird die Hausnotruf-Zentrale, die gegebenenfalls auch den Haustürschlüssel verwahrt, verständigt. Diese informiert Angehörige beziehungsweise den Notarzt. Aber auch unterwegs ist schnell Hilfe da – mit dem Mobilnotruf. Der Knopf befindet sich hier auf einem Handy, das ein GPS-Signal an die Zentrale sendet. So können unsere Lieben ruck, zuck geortet werden.

 Video: Gut zu wissen! Das sind die neuen Pflegegrade

 
 

SOS-Apps fürs Smartphone

Das Handyprogramm "Mein Notruf" sendet im Notfall Standort und Daten an eine 24-Stunden-Notrufzentrale. Ein Mitarbeiter ruft sofort zurück und sendet dann entsprechende Hilfe zum Ort. Kosten: ab 2,99 Euro pro Monat.

Die App "DRK-Mobilruf": Per Knopfdruck wird die DRK-Notrufzentrale alarmiert. In ganz Deutschland findet eine schnelle und genaue Ortung statt, und Hilfe ist sofort unterwegs. Kosten: Monatspaket circa 15 Euro. Soll lediglich eine Vertrauensperson kontaktiert werden, ist die App kostenlos.

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Einen Notruf kann man von unterwegs auch mit dem Programm "Malteser-Notruf" absetzen: Einfach draufdrücken und einen Hilferuf an Angehörige oder die Malteser-Zentrale senden. Kosten: 9 Euro pro Monat.

 

Wie Sie noch mehr Sicherheit in das Zuhause Ihrer Liebsten bringen

Was für alle Zimmer zu beachten ist

  • Gute Beleuchtung verringert bei schwächer werdendem Augenlicht die Gefahr, über etwas zu stolpern
  • Rauchmelder geben ein akustisches Signal bei Rauchentwicklung ab
  • Türschwellen beseitigen, damit unsere Lieben nirgends hängen bleiben
  • Fenstergriffe möglichst niedrig anbringen, damit sie leicht geöffnet und geschlossen werden können

Im Schlafzimmer

Für eine angenehme Nachtruhe: Betthöhe richtig einstellen. Das erleichtert das Aufstehen und Hinlegen Ablage- und Abstützmöglichkeiten für Wichtiges wie Notfallknopf, Tabletten, Brille etc. sollten sich direkt neben dem Bett befinden Bettenrost mit elektrisch verstellbarer Rückenstütze anschaffen.

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Eine sichere Küche

Damit der Braten auch in Zukunft gelingt:

  • Arbeitsflächen höhenmäßig optimal anpassen
  • Oberschränke tiefer hängen, damit das Ein- und Ausräumen leichter fällt
  • Temperaturmelder geben Alarm bei starkem Temperaturanstieg im Raum
  • Stehhilfen oder Arbeitshocker bereitstellen, sie erleichtern Küchenarbeiten
  • Bodenbeläge sollten rutschsicher sein, zum Beispiel Vinylböden mit Streumuster

Für mehr Sicherheit im Wohnzimmer

Für gemütliche Stunden daheim:

  • Standsichere Möbel bieten im Notfall Halt
  • Extra-Steckdosen vermeiden Kabelsalat
  • Körpergerechte Sitzmöbel mit Arm- und Nackenstütze erleichtern Aufstehen und Setzen

Sturzfalle Bad sicher machen

Damit es keine Schlitterpartie gibt:

  • Anti-Rutsch-Matten auf dem Boden und in der Dusche auslegen
  • Haltegriffe an Dusche und Toilette anbringen
  • Sitzhilfe in die Dusche/Badewanne einbauen
  • Bodengleiche Dusche einbauen – statt Wanne

Flur: Falle für Stürze

Für einen sicheren Weg zur Haustür:

  • Handläufe an der Wand bieten Halt und sind gleichzeitig eine gute Abstützmöglichkeit
  • Teppiche, die auf dem normalen Boden liegen, lieber entfernen. Auch das sind Stolperfallen!
  • Hörbare Klingel installieren. Zum Beispiel mit Zweiton-Gong oder Extra-Lichtsignalen
 


Gut zu wissen: Zuschuss der Krankenkassen für Pflegehilfsmittel

Neben dem Anspruch auf Ersatzpflegeleistungen kann der Pflegende monatlich bis zu 40 Euro für Pflegehilfsmittel von der Krankenkasse bekommen. Mehr dazu lesen Sie hier: Pflegehilfsmittel - Was Ihnen gesetzlich zusteht

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