Musste mal gesagt werden Ein offener Brief an meinen Kater Benji

Offener Brief an meinen Kater Benji

Katzen sind sensible Tiere - weshalb Kritik vorsichtig angebracht werden muss. Autorin Franziska wagt einen Versuch; und beichtet ihrem Kater, was ihr seit Ewigkeiten auf der Seele liegt ...

Mein lieber Benji,

ich schreibe dir diese Zeilen, weil du mir sehr viel bedeutest und ich es nicht mehr länger ertragen kann, dir etwas vorzumachen. Bedenke, wenn du diesen Brief liest, dass du ein ganz feiner Kater bist und ich dich lieber um mich habe als 85 Prozent der Menschen, die ich kenne. Dennoch kommt es vor, dass du – auf ganz entzückende Weise – meine Nerven zu strapazieren weißt. Mein Nervenkostüm gleicht dann einem etwas zu eng gewordenen Leinenkleid: Es spannt, es klemmt und es sieht nicht gut aus. Nun schaust du sicherlich süß-ungläubig auf diese Worte, weil du dir nicht vorstellen kannst, dass ausgerechnet DU, deines Zeichens liebster Kater dieser Welt, jemanden auf die Palme bringen kannst. Allerhöchstens treibst du deine Schwester auf den Kratzbaum, wenn du während deiner fünf Minuten am Rad drehst. Aber bei aller Liebe: Du kannst nerven. Gehörig. Wann das der Fall sein soll? Nun ja, es gibt Dinge, die du nicht mitbekommst. An dieser Stelle muss ich mich entschuldigen, nicht immer aufrichtig dir gegenüber gewesen zu sein – aber jetzt möchte ich ganz offen sein. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen …

Morgens, wenn ich ohne dein Zutun aufwache (was nicht oft vorkommt), habe ich mir angewöhnt, mich ganz ruhig – fast lautlos – im Bett umzudrehen, damit du nicht aufmerksam wirst und lautstark den Zutritt ins Schlafzimmer einforderst. Dein feines Gehör weiß ich oft zu schätzen; aber morgens um 5 Uhr habe ich schon so manche Kraftausdrücke vor mich hingemurmelt, weil du wegen eines knarrenden Lattenrosts der Meinung warst: „Oh, Frauchen ist wach – lasset den Tag beginnen!“ Versteh mich nicht falsch, ich habe dich gern um mich. Was ich aber auch mag, ist mehr als viereinhalb Stunden zu schlafen. Ich weiß, was du jetzt denkst: „Dann lass mich halt einfach gleich bei dir schlafen – dann meckere ich morgens auch nicht rum!“ Zweifelhaft, mein Lieber. Denn das haben wir gelegentlich getestet und es endete stets darin, dass du deine 51 Zentimeter Körperlänge auf rund drei Quadratmetern der Liegefläche verteilt hast (mathematisch nicht möglich; du schaffst es dennoch) und mir gelegentlich eine kleine Überraschungs-Akupunktur verpasst hast, wenn ich deinem Milchtritt in die Quere kam. Da ich der festen Meinung bin, dass Kommunikation der Schlüssel einer guten Beziehung ist (ja, auch der zwischen Mensch und Katze), habe ich dir schon häufig gesagt, dass ich mehr als eine kleine Ecke am Fußende des Bettes für einen erholsamen Schlaf benötige. Und diese Kritik stieß bei dir sogar auf offene, flauschige Ohren: Du hast dich mit viel Verständnis und Rücksichtnahme zusammengerollt und nur noch einen kleinen Platz des Bettes eingenommen – wie nett von dir! Noch rücksichtsvoller wäre es jedoch gewesen, wenn du dich nicht ausgerechnet auf mein Gesicht gelegt und mich damit beinah erstickt hättest. Aber hey, der gute Gedanke zählt!

Dennoch war klar, dass sich für unser beider Wohlergehen dein Schlafplatz weiterhin außerhalb meines Schlafzimmers befinden wird. Das scheint mir zwar klarer zu sein als dir – denn auch jetzt gerade (Dienstagnacht, 4:23 Uhr) schleichst du vor meiner Tür herum, presst vermutlich dein Ohr gelegentlich dagegen, um auch nur einen leisen Pieps von mir zu erhaschen und somit besten Gewissens dein Mauzkonzert zu beginnen. Viel Glück dabei, mein lieber Benji – aber Mami hat aus ihren Fehlern gelernt und sich ein neues, quietschfreies Bett besorgt.

Manchmal frage ich mich, was meine Katzen mir wohl mitteilen wollen. Hilfreich ist dabei ihre Körpersprache. Wie Sie die richtig deuten, erfahren Sie im Video:

 

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