Nicht selbstverständlich Charité: Der steinige Weg ehrgeiziger Frauen in die Medizin

Die rebellische Ida Lenze (gespielt von Alicia von Rittberg) kämpft in Charité für ihren Traum, Ärztin zu werden.
Sich unterordnen? Das kommt für die strebsame Ida Lenze (gespielt von Alicia von Rittberg) in 'Charité' nicht in Frage.

Was heute selbstverständlich ist, war leider nicht immer so: Wie die ARD-Serie 'Charité' zeigt, blieb es Frauen Ende des 19. Jahrhunderts verwehrt, Medizin zu studieren und als Ärztin gleichberechtigt neben Männern zu praktizieren.

Es sind Geschichten wie diese, die einen beim Schauen der Erfolgsserie 'Charité' sprachlos zurücklassen: Eine junge Frau, in diesem Fall die strebsame Ida Lenze, möchte sich ihren Berufswunsch erfüllen - doch zu Beginn des wilhelminischen Zeitalters ist es ihnen im Deutschen Reich verboten, studieren zu gehen. Ida versucht deshalb, einen Studienplatz in der weniger konservativen Schweiz zu ergattern - und verfolgt ihren Wunsch nach beruflicher Selbstverwirklichung so stark, dass sie dafür sogar eine Ehe ausschlägt, die ihr finanzielle Sicherheit hätte geben können.

 

Charité: Spiegelbild einer ungerechten Gesellschaft

Wie unvorstellbar es Ende des 19. Jahrhunderts schien, dass Frauen insbesondere in der Medizin Karriere machen, beweist der Aufsatz 'Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes' des Neurologen und Psychiaters Paul Julius Möbius. Dieses Werk erschien im Jahr 1900 und damit auf dem Höhepunkt einer in deutschen Landen hitzig geführten Debatte, ob Frauen der Zugang zum Medizinstudium gestattet werden sollte oder nicht - und Möbius war eindeutig dagegen, weil Frauen durch eine von Natur aus geringere geistige Begabung dazu gar nicht in der Lage seien.

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Anatomie-Professor Theodor von Bischoff schlug in dieselbe Kerbe wie Möbius und sagte: "Die Beschäftigung mit dem Studium und die Ausübung der Medicin widerstreitet und verletzt die besten und edelsten Seiten der weiblichen Natur, die Sittsamkeit, die Schamhaftigkeit, Mitgefühl und Barmherzigkeit, durch welche sich dieselbe vor der männlichen auszeichnet."

Einfach ungeheuerlich! Viele waren jedoch auch aus einem anderen Grund gegen das Frauenstudium: Sie hätten keine ausreichende Bildung, weil ihre staatliche Ausbildung kein Abitur vorsah. Bürgerliche Frauenbewegungen setzten sich deshalb für eine Reform des höheren Mädchenschulwesens ein.

 

Ein harter Kampf für mehr Gleichberechtigung

Anfang des 20. Jahrhunderts ließen dann immer mehr Länder des Deutschen Reiches Studentinnen zu, bis es 1908 tatsächlich jeder Frau im Kaiserreich offiziell erlaubt war. Doch dieser Erfolg bedeutet noch lange nicht, dass die Absolventinnen danach einen (gut) bezahlten Platz als Ärztin sicher hatten.

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Auch Frauen wie Dr. Franziska Tiburtius (1843-1927), die in der Schweiz studiert hatten, wurden bei der späteren Ausübung ihres Berufes schwere Steine in den Weg gelegt: Tiburtius, die als erste deutsche promovierte Ärztin gilt, konnte weibliche Patienten zunächst nur gewissermaßen privat behandeln - in der Praxis, die sie in ihrer eigenen Wohnung eröffent hatte. Rezepte ausstellen durfte sie jedoch nicht. Alles nur, weil der Arzttitel im Ausland erworben wurde.

Kaum vorstellbar, wie hart es für Ärztinnen vor eigentlich noch nicht allzu langer Zeit war. Wird sich Ida in 'Charité' tatsächlich für diesen beschwerlichen Weg entscheiden?

Heute Abend gibt es die Antwort auf diese Frage: Dann nämlich läuft die sechste und vorerst letzte Folge von 'Charité' um 20:15 Uhr im Ersten (Wiederholung am Mittwoch um 21:05 Uhr bei One).

Sie lieben nicht nur 'Charité', sondern auch 'Der Bergdoktor'? Dann ist dieses Video sicher genau richtig für Sie:

 

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